Aachen: Klopfen im Laderaum: Flüchtlinge aus Kühltransporter befreit

Aachen: Klopfen im Laderaum: Flüchtlinge aus Kühltransporter befreit

Die Aachener Bundespolizei hat Freitagmittag am deutsch-niederländischen Grenzübergang in Aachen-Vetschau zwölf Flüchtlinge aus einem Kühl-Lastwagen befreit. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte die Bundespolizei am Nachmittag.

Der gesundheitliche Zustand der fünf Erwachsenen, fünf Jugendlichen und eines Kindes sei ersten ärztlichen Untersuchungen zufolge „offenbar stabil“, sagte Bundespolizeisprecher Bernd Küppers. Die Flüchtlinge wurden zunächst zur Inspektion der Aachener Bundespolizei am Hauptbahnhof gebracht, die Jugendlichen später zum Jugendamt.

Fünf der befreiten Männer stammen aus Vietnam, drei aus dem Iran, zwei aus dem Irak, das sechsjährige Kind und ein weiterer Mann aus Kuwait. Die Flüchtlinge waren nach Auskunft der Bundespolizei unterwegs nach England. Wo die Flucht begann, stand Freitagabend noch nicht fest. Am Eurotunnel in Calais/Frankreich hätten die Männer aus noch ungeklärter Ursache den Laderaum eines Kühl-Lkw bestiegen, der nach Deutschland fuhr, erklärte Bundespolizeisprecher Küppers weiter.

Während der Fahrt bemerkten die Flüchtlinge, dass der Lkw, den sie in Calais bestiegen hatten, nicht auf den Zug nach England verladen worden war. Als sie durch Klopfen auf sich aufmerksam machten, verständigte der Fahrer die Polizei in Deutschland. Die Beamten leiteten ihn zur nächsten Dienststelle der Bundespolizei nach Aachen-Vetschau, an der beim Eintreffen des Kühltransporters schon ein Rettungswagen bereitstand.

Die Geschehnisse erinnern an einen ähnlichen Fall im Januar 2014: Damals hatte die Polizei in Eschweiler 13 zum Teil minderjährige Flüchtlinge aus einem auf zwei Grad heruntergekühlten Kühltransporter befreit, die ebenfalls durch Klopfen auf sich aufmerksam gemacht hatten. Auch sie waren auf dem Weg nach England gewesen und offenbar von ihren Schleusern auf einen falschen Lkw geschickt worden. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an.

Erst Ende Februar hatte die Aachener Bundespolizei gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass die Zahl der aufgegriffenen Flüchtlinge im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent auf 3000 allein in der Region Aachen, Düren und Heinsberg angestiegen war. Der steigende Trend halte weiter an, hieß es.

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