Platz für 2000 Teilnehmer: Klimacamp ohne „Ende Gelände“

Platz für 2000 Teilnehmer : Klimacamp ohne „Ende Gelände“

Dieses Mal soll alles eine Nummer kleiner werden. Die Organisatoren des zehnten Klimacamps am Tagebau Garzweiler haben trotzdem viel vor. Am Erkelenzer Laheypark bauen sie seit Donnerstag Zelte, Küche, Toiletten, Strom- und Wasserversorgung für bis zu 2000 Teilnehmer auf.

Das Programm beginnt an diesem Samstag, das Camp dauert bis Dienstag, 27. August.

Mehrfach sind in den vergangenen Jahren vom Klimacamp aus Aktivisten von „Ende Gelände“ aufgebrochen, um beispielsweise in den Tagebau einzudringen oder die Kohlebahn zu blockieren. Diese Blockaden mit Hunderten von Aktivisten hatten stets für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Diesmal ist „Ende Gelände“ aber nicht dabei.

„Ende Gelände“ und das Klimacamp seien beide so groß geworden, dass sie einander nicht mehr bräuchten, sagt Klimcamp-Sprecherin Hannah Pauls. „Wir haben uns nicht auseinandergelebt. Das sind immer noch unsere Freunde, und wir unterstützen ‚Ende Gelände’ weiterhin. Aber die haben sich jetzt was Eigenes aufgebaut“, sagt sie. Das schließe jedoch nicht aus, dass in Zukunft wieder Massenproteste vom Klimacamp ausgehen.

Dennoch ist damit zu rechnen, dass Aktivisten am kommenden Samstag, 24. August, versuchen, den Tagebau, ein Kraftwerk oder eine Kohlebahnstrecke lahmzulegen. „Wir werden in einer Aktion zivilen Ungehorsams Braunkohleinfrastruktur blockieren“, sagt Clara Tempel, Sprecherin des Bündnisses „Kohle ersetzen“. Die Aktionen von „Kohle ersetzen“ seien eher für Einsteiger geeignet als die von „Ende Gelände“.

Man könnte auch sagen, das Bündnis ist in seinem Tun etwas gemäßigter. „Wir versuchen, die rechtlichen Konsequenzen gering zu halten“, sagt Tempel, die mit mehreren Hundert Teilnehmern rechnet. Trotzdem ist davon auszugehen, dass sich die Polizei den Aktivisten entgegenstellen wird. Inwieweit es dabei zu Zusammenstößen kommt, wie bei mancher „Ende Gelände“-Aktion in Vorjahren, ist offen.

Klimacamp-Sprecherin Pauls sagt, dass es diesmal einen „Aktions-Blumenstrauß“ geben soll. Neben der Blockade seien eine Fahrraddemo und ein Dorfspaziergang geplant. Weiteres solle sich in Workshops ergeben. Jeder, der wolle, könne eine Workshop anbieten, sagt Pauls. Ziel sei, dass sich die Klimaschutzbewegung organisiere und vernetzte.

Das ist möglicherweise der richtige Zeitpunkt, denn spätestens mit dem Schülerprotest „Fridays for Future“ sind die Szene und die Zahl ihrer Sympathisanten rasant gewachsen. „Fridays for Future hat das Thema an jeden Esstisch geholt“, sagt Pauls.

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