Aachen: Klage gegen ehemaligen Hauptsponsor Check2win: Alemannia liegt in Führung

Aachen: Klage gegen ehemaligen Hauptsponsor Check2win: Alemannia liegt in Führung

Wenn man es in der Sprache der Fußballer beschreiben möchte, dann liegt Alexander Goy gerade ziemlich weit zurück. Alemannia Aachens Insolvenzverwalter Christoph Niering hatte den ehemaligen Hauptsponsor und dessen Firma Check2win verklagt.

Er verlangt Schadenersatz, und nach der Erörterung vor der 2. Kammer für Handelssachen am Freitagmittag sind die juristischen Aussichten sicher nicht schlechter geworden. Richter Frank Meier machte keinen Hehl daraus, dass er die Begründung von Goy für dessen Vertragskündigung „aus wichtigem Grund“ für nicht sonderlich überzeugend hält. Goy selbst war bei der Verhandlung nicht zugegen, seine Firma Check2win soll gerade liquidiert werden.

Goy hatte die finale Rate seines Kooperationsvertrags von etwa 140.000 Euro zum 1. Dezember 2016 nicht mehr gezahlt. Der Vertrag über zwei Spielzeiten war erst im Sommer 2016 geschlossen worden. Der Geschäftsführer der Würselener Firma kündigte den Vertrag am 10. Januar fristlos. Alemannia wiederum kündigte Goy und seiner Firma bald darauf ebenfalls fristlos und kündigte an, die ausstehende Summe einklagen zu wollen. Goy hatte als Kündigungsgrund unter anderem angeführt, dass Alemannia den Werbeschriftzug seiner Firma bei dem Spiel am 12. November 2016 ohne Rücksprache gegen die Botschaft „Stop Tihange“ ausgetauscht hatte.

Absprachen im Vorfeld strittig

Die Absprachen im Vorfeld waren strittig. Aber die Kammer hatte Bedenken, ob die Kündigung zwei Monate später ohne vorherige Abmahnung tatsächlich wirksam sei. Kein gutes Argument ist wohl der Hinweis auf eine drohende Insolvenz gewesen. „Alemannia hätte die Werbeleistungen auch in der Insolvenz erfüllen können“, fand Richter Meier. „Dass Werbeauftritte nicht immer so verlaufen wie geplant, ist das immanente Risiko jedes Sponsorings.“

Goy wird verteidigt von Michael Gottschalk. Wenn sich die Dinge im Herbst anders entwickelt hätten, würden hier zwei Alemannia-Präsidiumsmitglieder mit ihrem Verein streiten. Vor ein paar Monaten noch hatte ein Team um Ex-Aufsichtsrat Horst Rambau für ein paar Tage die präsidiale Herausforderung gesucht. Gottschalk war als Präsident, Goy als Beisitzer vorgesehen. Die Gruppe hatte sich dann schnell wieder zurückgezogen und hinterlassen, dass dem Klub damit auch eine Anschubfinanzierung von 2,5 Millionen Euro verloren ging.

In dem anhängigen Verfahren geht es erst einmal um die Restsaison 2016/17 und ausstehende 39.000 Euro. Die Summe war reduziert worden, nachdem Alemannia mit DocMorris einen neuen Hauptsponsor gefunden hatte. „Aus Kostengründen hat sich der Insolvenzverwalter zunächst entschlossen, nur Schadenersatz für die Saison einzuklagen. Abhängig vom Ausgang und den Aussichten auf Zahlungen kann dann eine Klage für die neue Spielzeit ebenfalls eingereicht werden“, führte Alemannias Anwalt Thorsten Peters aus.

Ein Urteil wird am 23. Februar verkündet, theoretisch können sich die Parteien bis dahin auch vergleichen. Eine außergerichtliche Einigung war vor einem Jahr gescheitert, weil Alemannia etwa 100.000 Euro als Kompensationszahlung verlangt hatte.

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