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Landtag will mehr Kinderschutz: „Kinder müssen selbst gehört werden“

Landtag will mehr Kinderschutz : „Kinder müssen selbst gehört werden“

Kinder müssen bei Inobhutnahmen durch das Jugendamt etwa wegen Missbrauchsverdachts stärker selbst gehört und beteiligt werden. Das hat die Kinderschutzkommission des Landtags in ihrem am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht gefordert.

Die Beteiligung der Kinder als Betroffene sei eine gesetzliche Verpflichtung, die aber nur selten in kindgerechter Weise erfüllt werde, kritisierte die Kommission. Auch in den Verfahren bei der Justiz gerieten die persönlichen Belange der Kinder schnell aus dem Blick, kritisierte die Kommission unter Berufung auf Fachleute.

Die Kommission tritt dafür ein, die Personalkennzahlen für Jugendämter in NRW kritisch zu überprüfen. Kein anderes Bundesland habe eine vergleichbar hohe Zahl von Jugendämtern wie NRW mit 186. 40 Ämter hätten weniger als 25 Mitarbeiter. Dort arbeiteten im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) im Schnitt nur fünf Personen. Die Kommission forderte außerdem, sexuellen Missbrauch und Kinderschutz als Pflichtthemen für Studium und Weiterbildung der Beschäftigten einzuführen. Außerdem solle eine Landesfachstelle für den Kinderschutz die Arbeit der verschiedenen Behörden und Stellen besser koordinieren.

Der Landtag hatte die Kinderschutzkommission im November 2019 unter dem Eindruck der großen Missbrauchsskandale im Land etwa von Lügde und Bergisch Gladbach eingesetzt. Das Ziel der Kommission ist, die Rechte von Kindern zu stärken.

(dpa)