Vossenack/Schmidt: Kennzeichen als Exportschlager

Vossenack/Schmidt: Kennzeichen als Exportschlager

Alte Liebe rostet nicht: Einwohner der Ortschaften Vossenack und Schmidt wollen ihr MON-Kennzeichen für Kraftfahrzeuge wiederhaben. Das haben sie vor 43 Jahren mit der kommunalen Neugliederung verloren — der damalige Kreis Monschau wurde aufgelöst, Vossenack und Schmidt wurden dem Kreis Düren zugeschlagen.

Seitdem fahren die Vossenacker und Schmidter mit einem DN-Kennzeichen durch die Gegend. Das können sie zwar seit 2013 gegen ein JÜL-Kennzeichen tauschen. Denn seitdem können Kreise beim Land die Wiedereinführung von Ortskennzeichen beantragen, die es vor der kommunalen Neugliederung gegeben hat. Und die Jülicher wollten ihr JÜL zurück.

Im Altkreis Monschau gefragt, aber auch in Aachen nicht verschmäht: das seit einem halben Jahr im Umlauf befindliche nostalgische MON-Kennzeichen. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Das steht nun aber nicht nur ihnen, sondern allen Einwohnern des Kreises Düren zu. So wie auch alle Einwohner der Städteregion Aachen das neue alte MON-Kennzeichen beantragen können, egal ob sie in Baesweiler, Aachen oder Stolberg wohnen. Hauptsache, sie wohnen im Zuständigkeitsbereich der Zulassungsstelle — und das ist die Städteregion.

Vossenack und Schmidt aber gehören nicht zur Städteregion Aachen, und damit bleibt ihnen das MON-Kennzeichen verwehrt. Noch!

Denn der Kreis Düren hat ein Herz für seine „Neubürger“ in Vossenack und Schmidt. Er hat die Städteregion gebeten, die Zulassung des MON-Kennzeichens auch für Bewohner seines Hoheitsgebietes zu ermöglichen und den Weg für einen Antrag beim Land frei zu machen. Das würde dann natürlich wie das JÜL allen Einwohnern auf Wunsch zugeteilt werden.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU), der seinerzeit zusammen mit SPD und FDP gegen die Wiedereinführung von „MON“ gestimmt hatte, will dieser Bitte entsprechen. Auch, weil ein Vossenacker Bürger ihm kürzlich per Mail berichtet hatte, dass er seinen alten Käfer, den früher ein MON-Kennzeichen geziert hat, restaurieren wolle. Der Käfer, schrieb besagter Vossenacker vergangene Woche, sei nun fertig und verlange nach seinem MON. Wer kann da schon Nein sagen?

Das bringt auch die SPD nicht übers Herz, die allerdings froh war, dass sie dem Wunsch des Kreises Düren weder zustimmen noch ihn ablehnen musste, heiße Debatten wie vor zwei Jahren also nicht erforderlich waren.

Eine ironische Anmerkung konnte sich Martin Peters, Fraktionschef im Städteregionstag, aber nicht verkneifen: „Ich gratuliere schon jetzt den Einwohnern von Titz oder Linnich, die ja bekanntlich enge Beziehungen zum Altkreis Monschau haben, dass auch sie demnächst ein MON-Kennzeichen haben können.“ Und „sie müssen nicht mal einen alten Käfer haben“, fügte FDP-Fraktionschef Georg Helg schmunzelnd hinzu.

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