Erkelenz/Merzenich: Keine Massenproteste gegen RWE beim Klimacamp

Erkelenz/Merzenich: Keine Massenproteste gegen RWE beim Klimacamp

Beim Klimacamp, das Mitte August in der Nähe des Tagebaus Garzweiler stattfinden soll, wird es anders als in den Jahren zuvor offenbar nicht zu größeren Demonstrationen gegen Tagebaubetreiber RWE kommen. Das teilte am Freitag ein Sprecher des Veranstalters auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Vergangenes Jahr hatten fast 3000 Klimacamp-Teilnehmer Hunderte Polizisten tagelang in Atem gehalten, der Einsatz der Polizei dauerte zwei Wochen.

Dieses Jahr wird sich allerdings das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ dem Klimacamp nicht anschließen. Deswegen seien „keine großen Aktionen zivilen Ungehorsams während des Camps“ geplant. Dies sei auch ein Grund, aus dem wahrscheinlich sehr viel weniger Menschen ins Klimacamp als vergangenes Jahr kommen werden, sagte der Sprecher. Er rechnet mit etwa 500 Teilnehmern. Der Ort, an dem das Camp stattfinden wird, stehe noch nicht fest.

17.000 Kilo Müll im Forst

Große Proteste sind erst für Ende Oktober angekündigt, wenn die „Ende Gelände“-Aktivisten wieder ins Rheinische Revier kommen. Das Aktionsbündnis ist dabei, Braunkohlegegner in ganz Europa zu mobilisieren, um vom 25. bis zum 29. Oktober gegen die weitere Rodung des Hambacher Forsts zu demonstrieren. In einer Mitteilung rief das Bündnis diese Woche dazu auf, Informationsveranstaltungen zu organisieren, um „neue Leute anzusprechen und für Klima-Aktivismus zu begeistern“.

Im Hambacher Forst selbst ist die Lage ruhig, derzeit halten sich nach Informationen unserer Zeitung maximal 40 Waldbesetzer dort auf. Mitarbeiter von RWE haben diese Woche unter Polizeischutz Barrikaden und Müll aus dem Wald geholt. Am Ende hätten 17.000 Kilogramm Unrat und Sperrmüll aus dem Wiesencamp und den Baumhausdörfern der Umweltaktivisten abtransportiert werden müssen, wie die Aachener Polizei mitteilte. Der Einsatz sei friedlich verlaufen.

(gego)
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