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Minster Laumann: Keine Drohung mit Kindesentzug bei Quarantäne-Verstößen

Minster Laumann : Keine Drohung mit Kindesentzug bei Quarantäne-Verstößen

Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen sollen im Fall von Quarantäneverstößen bei corona-kranken Kindern nicht mit der Herausnahme aus der Familie drohen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte, er werde die Ämter nachdrücklich bitten, „solche Maßnahmen, die nur Verunsicherung schüren, grundsätzlich nicht weiter anzudrohen“.

Laumann sagte, im Fall von Verdacht oder Erkrankung sollten Lösungen gefunden werden, in denen Eltern und Kinder zusammenbleiben sollten. Dem Ministerium seien keine Fälle bekannt, in denen Kinder wegen einer Quarantänemaßnahme aus Familien herausgenommen worden wären. Laut Medienberichten war in mehreren Kreisen in Schreiben an Familien mit Kindesentzug bei Verstößen gegen Auflagen gedroht worden.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) ergänzte, die Androhung von Inobhutnahme im Zusammenhang mit Quarantäne führe zu Misstrauen und sei zu unterlassen. Die Familien hätten besonders unter der Corona-Pandemie gelitten. Behörden sollten bei der Umsetzung erforderlicher Maßnahmen sensibel agieren.

(dpa)