Kein konkreter Tatverdacht bei Diebstahl-Ermittlungen im Fall Lügde

Noch kein konkreter Tatverdacht : Verschwundenes Lügde-Beweismaterial

Bei den Diebstahl-Ermittlungen zu dem verschwundenen Beweismaterial im Missbrauchsfall von Lügde gibt es bisher keinen konkreten Tatverdacht.

„Ein strafrechtlicher Tatverdacht gegen eine bestimmte Person hat sich bislang nicht ergeben“, teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Staatsanwaltschaft Detmold hatte am 6. März ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts des Diebstahls der 155 CDs und DVDs eingeleitet. Diese waren im Dezember aus einem nicht gesicherten Raum der Kreispolizei Lippe verschwunden. Der Verlust blieb wochenlang bis Ende Januar unbemerkt. Da die intensive Suche nach den Datenträgern ergebnislos geblieben sei, könne ein Diebstahl nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Die verschwundenen Datenträger sind allerdings nur ein geringer Teil des im Wohnwagen des Hauptverdächtigen sichergestellten Beweismaterials. Auf Festplatten und anderen Datenträgern hatten die Ermittler rund 3,3 Millionen Bilder und fast 86 300 Videos sichergestellt.

Staatsanwaltschaft und Polizei haben nach jüngsten Angaben bisher 34 minderjährige Opfer des massenhaften Kindesmissbrauchs identifiziert - 28 Mädchen und sechs Jungen. Darüber hinaus gibt es 14 Verdachtsfälle. Angesichts der großen Menge der sichergestellten Bilder und Filme wird mit weiteren Verdachtsfällen gerechnet. Die drei Haupttatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

(dpa)
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