Keimbelastete Wurst bei Firma Wilke Waldecker auch in NRW

Keimbelastete Wurst : NRW plant Schwerpunkt-Kontrollen

Nach zwei Todes- und mehreren Krankheitsfällen durch keimbelastete Wurst verstärkt Nordrhein-Westfalen die vorsorglichen Kontrollen.

„Wir werden Schwerpunkt-Kontrollen bei den Unternehmen machen, die schon aufgefallen sind“, kündigte NRW-Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Montag in Düsseldorf an. In Produkten des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG aus dem hessischen Twistetal waren mehrfach Listerienkeime nachgewiesen worden.

Fast alle Kreise in NRW seien davon betroffen, sagte die Ministerin. „Wir können aber noch nicht genau sagen, ob alle Unternehmen in dem fraglichen Zeitraum beliefert worden sind.“ Die Ordnungsbehörden seien dabei, das abzuarbeiten. Noch in dieser Woche sollten die genauen Kunden- und Abnahmelisten über das Landesumweltamt veröffentlicht werden, kündigte sie an.

Nach Angaben des Landesumweltamts hat das Unternehmen Wilke weit über 100 Kunden flächendeckend in Nordrhein-Westfalen aufgeführt. Dazu gehörten Großhändler ebenso wie Großküchen oder Einzelhändler. „Der Rückruf hat bereits am 2. Oktober begonnen. Die Behörden vor Ort haben die betroffenen Unternehmen kontaktiert“, sagte der Sprecher.

Die Produktion bei Wilke war bereits gestoppt und der Rückruf aller Produkte weltweit angeordnet worden. Wie konsequent das erfolgt sei, werde derzeit kontrolliert, sagte Heinen-Esser. Vertreter der Kreise hätten das Recht, zu diesem Zweck in die Kantinen von Krankenhäusern oder Pflegeheimen zu gehen. „Wir wissen, dass die meisten das ganz gut im Griff haben.“

Am vergangenen Freitag hatte allerdings die Kölner Uniklinik Fehler einräumen müssen. Einige Reha-Patienten hätten trotz des Rückrufs noch Wilke-Wurstwaren bekommen, hatte die Klinik mitgeteilt.

Listerien sind in der Natur häufig vorkommende Bakterien. Nur sehr wenige Menschen erkranken aber an der sogenannten Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Menschen.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung