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Kurzarbeit in Düsseldorf: Kaum noch Passagierflüge an NRW-Airports

Kurzarbeit in Düsseldorf : Kaum noch Passagierflüge an NRW-Airports

Die Abflughallen weitgehend leer, die Parkhäuser ebenso. Auf den NRW-Airports heben wegen der Coronakrise kaum Passagiermaschinen ab. Die sei größer als nach 9/11, sagt der Kölner Airport-Chef.

An den großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Starts und Landungen drastisch eingebrochen. Die Verkehrsleistung in Düsseldorf sei auf 20 Prozent der zu dieser Zeit üblichen Flüge abgesunken, teilte der Airport am Mittwoch mit. Der größte NRW-Flughafen will deshalb ab April Kurzarbeit anmelden. Trotz des starken Nachfragerückgangs bleibe der Flughafen aber geöffnet.

Alle Passagiere sollen nur noch über den Flugsteig A abgefertigt. Aufgrund seiner großzügig angelegten Sicherheitskontrollen sowie der zahlreichen Gates und vielen verschiedenen Warteflächen sei er am besten geeignet, die Hygieneanforderungen zum Schutz der Passagiere und Mitarbeiter zu erfüllen.

In Köln/Bonn gab es im Monat März bislang 30 Prozent weniger Flugbewegungen als im gleichen Monat des Vorjahres. Bei den Passagierzahlen betrage der Rückgang nach aktuellem Stand mindestens 35 Prozent, sagte eine Sprecherin.

Die Einschränkungen im Luftverkehr seien viel größer als in der Weltfinanzkrise 2008 oder nach den Terrorschlägen vom 11. September 2001, sagte der Kölner Flughafenchef, Johan Vanneste, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch). „Wir rechnen mit schweren Auswirkungen bis Ende Juni. Ob es im August besser wird, wissen wir noch nicht.“

Der Frachtbetrieb in Köln/Bonn ist von den Einschränkungen bislang nicht betroffen. „Wir liegen hier sogar leicht über der geplanten Prognose“, sagte die Airport-Sprecherin. Köln/Bonn habe gerade in der aktuellen Situation eine enorm wichtige Rolle als Versorger. „Wir sind ein maßgeblicher Bestandteil der Logistikkette.“

In Düsseldorf gibt es bislang keine erhöhte Nachfrage nach Frachtflügen. „Derzeit sehen wir diese Entwicklung nicht“, sagte der Sprecher. Der Flughafen sei aber in der Lage, Frachtflüge jederzeit anzunehmen und abzufertigen.

Ob im Zuge der Rückholaktion für Deutsche aus dem Ausland auch Maschinen zu NRW-Airports fliegen, ist noch nicht absehbar. Bisher gebe es keine Anfrage eine Fluggesellschaft, sagte die Kölner Sprecherin. In Düsseldorf hieß es, der Flughafen stehe in engem Austausch mit den Fluggesellschaften und sei in der Lage, schnell und professionell zu unterstützen, sollte Bedarf entstehen.

In Düsseldorf musste am Dienstagabend nach Angaben des Flughafensprechers ein Passagier aus einem Nicht-EU-Land die Rückreise antreten. Die Bundespolizei setzt ein wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängtes weitgehendes Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger um. Wie viele Fluggäste davon in NRW bislang betroffen sind, war bei der Bundespolizei nicht in Erfahrung zu bringen.

(dpa)