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Aachen: Kampf gegen skrupellose Sextäter

Aachen : Kampf gegen skrupellose Sextäter

Wie es einen bayrischen Polizisten nach Indien verschlägt, darüber ließe sich nun eine eigene, lange Geschichte erzählen. In Kürze: Heinz Reiter war ein begeisterter Bergsteiger, und so zog es ihn in den Himalaya.

Er lernte die Kultur und die Menschen kennen - „und lieben”. Doch die Aufmerksamkeit des Beamten beschränkte sich nicht auf die schönen Seite Asiens, auch der Schatten blieb ihm nicht verborgen, die verbreitete Armut, die Not vieler Menschen.

Reiter begann zu helfen, er schob die Errichtung eines Altenheims an, später den Bau eines Kinderhauses. Und dann kam er in Bombay mit dem Problem der Kinderprostitution in Berührung. „Das Leid war unvorstellbar. Ich wusste nur: Da muss man was tun.”

Reiter erzählte die unvorstellbar grausame Geschichte der Kinderprostituierten von Bombay am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der Aachener Nepal-Hilfe und der Deutsch-Indischen Gesellschaft im Forum M der Mayerschen. Freilich nicht, um Anerkennung für sein Engagement zu ernten.

Was Reiter braucht, ist Geld, und dafür braucht er Öffentlichkeit. Mit dem Geld wollen Reiter und einige Partner in der Nähe von Bombay ein riesiges Zentrum für befreite Kinderprostituierte aufbauen. „Rescue Foundation” nennt sich das Projekt, vor gut zwei Jahren wurde es begründet. Reiter ist für das Geld und für den Bau des Zentrums zuständig. Sein indischer Kollege Balkrishna Acharya für die Befreiung der Kinder aus den Bordellen.

Natürlich werden Reiter, Acharya und ihre Helfer das Problem allein nicht lösen können, das wissen sie. Dafür ist das Problem zu groß, wie AZ-Redakteur Manfred Kutsch, der die Veranstaltung im Forum M moderierte, anhand der erschreckenden Zahlen einer Unicef-Studie deutlich machte: Eine Million Kinder werden in Asien jährlich von skrupellosen Kriminellen ins Sexgeschäft geschleust.

Die Helfer wissen von den verheerenden Ausmaßen des Problems. Doch sie sehen ihr Engagement „nicht als Tropfen auf dem heißen Stein sondern als Tropfen für einen Ozean”, so erklärte es Gereon Wagener vom Verein Bono Direkthilfe, einem Partner der „Rescue Foundation”. „Wer solch ein Leid jemals gesehen hat, der kann nicht anders, als zu helfen”, sagte Reiter.

Die Sache mit dem Geld übrigens klappte schon gut im Forum M, einiges kam zusammen in den aufgestellten Boxen. Und von Helmut Falter, dem Vorsitzendern der Aachener Nepal-Hilfe, gab es den modernen Laptop, der für das Projekt dringend benötigt wird.

Die Kontonummer der Nepal-Hilfe e.V. lautet: 2100000019, Aachener Bank, BLZ 39060180.