Aachen/Jülich: Kampf gegen organisierte Kriminalität

Aachen/Jülich: Kampf gegen organisierte Kriminalität

In den vergangenen Monaten sind besonders in Aachen und Jülich immer wieder Konflikte rivalisierender Rocker- und Straßenbanden ausgetragen worden. Obwohl die Kriminalpolizei in der Region offenbar nur wenig über einige der aktiven Banden weiß, betonte die Aachener Staatsanwaltschaft am Mittwoch, dass sie zuletzt „viele neue Erkenntnisse gesammelt hat“.

Das sagte Behördenleiter Helmut Hammerschlag.

In einer Pressekonferenz hatte die Aachener Kriminalpolizei vor einigen Wochen den Eindruck hinterlassen, nicht wirklich viel über die zur Zeit in der Region stattfindenden Revierverteilungskämpfe und die beteiligten Banden zu wissen. Diesem Eindruck trat Staatsanwalt Jost Schützeberg, der auch Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft ist, explizit entgegen. Das Verbot, Kutten und Abzeichen diverser Banden nicht mehr tragen zu dürfen, zeige Wirkung.

Zweifellos wissen Polizei und Staatsanwaltschaft, dass das Tragen von Kutten und Abzeichen kein existenzielles Anliegen krimineller Banden ist, sondern dass ihre Aktivitäten eher im Bereich der organisierten Kriminalität liegen. Schützeberg erklärte, die Abteilung für organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft sei mit „ausgewiesenen Experten“ besetzt, die „sehr aktiv ermitteln“.

Gleichwohl räumte er ein, dass die Ermittlungen in diesem Feld außerordentlich schwierig seien. Die Anzahl der Täter sei unüberschaubar groß, und obwohl die internationale Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden „sich in den vergangenen Jahren stark verbessert hat“, sei es aufwendig und schwierig, gegen international operierende Banden vorzugehen.

Immerhin: Hammerschlag erklärte, zuletzt gezielt Anführer junger oder sich bildender Banden identifiziert zu haben. Das sei fürs erste ein wichtiger Schritt.

(gego)
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