Aachen: Justizforum: „Führerschein weg — was nun?“

Aachen: Justizforum: „Führerschein weg — was nun?“

Den „Lappen“, der uns so viel Freiheit gibt, mag niemand missen. Und doch passierte es im vorigen Jahr bundesweit 401.800 mal, dass durch dessen Entzug ein Fahrverbot erteilt wurde. Brandaktuell ist daher wieder das Thema unseres Justizforums „Recht im Zentrum“.

In der 22. Ausgabe heißt es: „Führerschein weg — was nun?“. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 4. November, um 18 Uhr im Justizzentrum Aachen, Adalbertsteinweg 92, statt. I.

Vielfach liegen dem Führerscheinverlust Alkohol, Drogen oder Raserei zugrunde. Grundsätzlich führt die Maßnahme zu großer Ratlosigkeit. Für die Betroffenen türmt sich ein Berg an Fragen auf. Sie stehen vor gravierenden Problemen bei der Bewältigung ihres Alltags: Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Hilfe von Verwandten oder Freunden. Wie kann diese unangenehme Situation vermieden — und im anderen Fall überwunden werden?

Typische Gründe

Hier will die Veranstaltung für Aufklärung sorgen. Beleuchtet werden typische Gründe für die Entziehung der Fahrerlaubnis, namentlich Alkohol am Steuer, Drogenkonsum und zu schnelles Fahren Dabei gehen Experten auf die medizinischen und juristischen Hintergründe ein.

So geht es unter anderem um den Abbau der Blutalkoholkonzentrationen im Körper. Die rechtliche Schwelle zur Trunkenheits- oder Rauschfahrt und die daraus folgenden Sanktionen (Geldstrafe, Fahrverbot, Entziehung der Fahrerlaubnis) werden erörtert.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das für den Laien nur schwer zu durchschauende Zusammenspiel von Strafgericht und Straßenverkehrsbehörde bei Entzug und Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Der Weg zurück zum Führerschein führt oftmals zum Verkehrsmediziner und Verkehrspsychologen im Rahmen der sogenannten Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Auch hier besteht regelmäßig großer Informationsbedarf bei den Betroffenen.

Schließlich darf in der Euregio der Blick über die Grenze nicht fehlen. Wie geht man bei unseren Nachbarn, in den Niederlanden und Belgien, mit den Problemen um? Herrscht dort ein strengeres Recht? Die Gründe der Entzüge werden erkenntlich aus Erhebungen über die notwendig werdenden medizinisch-psychologischen Untersuchungen. 30 Prozent der Betroffenen verloren wegen erstmaliger Auffälligkeit mit Alkohol am Steuer ihren Führerschein, 17 Prozent wegen wiederholter.

Drogen und Medikamente waren zu 19 Prozent der Grund der Fahruntüchtigkeit, Verkehrsauffälligkeit ohne Alkohol zu 15 Prozent, Verkehrs- und strafrechtliche Delikte zu 7 Prozent, sonstige Anlässe zu 11 Prozent.