Aachen: Junge Gründer beginnen im Digital Hub ihren Weg zum Start-Up

Aachen : Junge Gründer beginnen im Digital Hub ihren Weg zum Start-Up

Es ist ein Mittwochmorgen, als wir lauschend mit unseren Kaffeetassen auf einem gemütlichen Sofa sitzen und die Eindrücke auf uns wirken lassen. Die Kirchenbänke sind durch Flex Desks (variable Schreibtische) ausgetauscht worden, der Altar wurde durch eine Sitzbank und eine Küchenzeile ersetzt, und dort wo man für gewöhnlich ein Kreuz erwarten würde, hängt ein leuchtender Schriftzug „ELYSÉE“. Er leuchtet die Kirchen-Kuppel rot aus.

Entstehung statt Auferstehung: Die digitalchurch gilt längst als kreativer Kontenpunkt für junge Unternehmer. Die ehemalige St.-Elisabeth-Kirche am Blücherplatz ist ein außergewöhnlicher Ort für ein Gründerzentrum, und genau dieser Ort macht das Digital Hub so einzigartig in Aachen. Der Verein Digital Hub Aachen besteht aus drei Grundsäulen: inspirierende Arbeitsfläche (digitalchurch), gezieltes Matching, professionelle Beratung und Trainings.

Aachen. Es ist ein Mittwochmorgen, als wir lauschend mit unseren Kaffeetassen auf einem gemütlichen Sofa sitzen und die Eindrücke auf uns wirken lassen. Die Kirchenbänke sind durch Flex Desks (variable Schreibtische) ausgetauscht worden, der Altar wur.

Die Idee, Aachen zu einem starken digitalen Standort aufzubauen und die dortige Gründerszene zu stärken, stammt von Dr. Oliver Grün vom Bundesverband IT-Mittelstand und dem Professor für Innovation und Entrepreneurship der RWTH, Dr. Malte Brettel.

Durch digitalHUB und zahlreiche andere Organisationen wie die IHK und das Gründerzentrum wird in Aachen genau diese gute Grundlage für junge Gründer geschaffen, um in den Markt der digitalen Wirtschaft einzusteigen.

„Die jungen, kreativen Menschen sind eine große Stärke des Standorts Aachen“, sagt Iris Wilhelmi, Geschäftsführerin der digitalchurch. Sie sieht nicht nur den Standort Aachen als Stärke, vielmehr seien es die guten Gründer, die den Standort Aachen ausmachten. Bei einer Umfrage sagen 56,67 Prozent der befragten Studenten aus verschiedenen Universitäten, dass sie sich vorstellen können, den Schritt zu Selbstständigkeit zu gehen. 54,2 Prozent von allen befragten Studenten können sich das in Aachen vorstellen. (Quelle: Umfrage von FH-Studierenden). Als alternative Stadt wird oft Köln erwähnt.

Die Geschäftsführerin der digitalchurch, Iris Wilhelmi, hat langjährige Erfahrung in vergleichbaren Positionen. Ihr Schwerpunkt der letzten Jahre ist die Wirtschafts- und Gründungsförderung, zuletzt als stellvertretende Geschäftsführerin der Gründerregion Aachen. Sie gibt den jungen Gründern folgende Ratschläge:

„Die wesentlichen Tipps sind: das Netzwerk zu suchen, sich mit anderen Gründern über Erfahrungen auszutauschen und die Beratungseinrichtungen aufzusuchen.“

An diesem Mittwochmorgen kommen wir mit mehreren Start-ups in sehr interessante Gespräche. Beeindruckend ist das Leuchten in den Augen von jedem einzelnen, wenn sie über ihre Idee sprechen. Die Community, die die digitalchurch den jungen Gründern bietet, macht sie stark.

Schon viele junge Start-ups haben sich von dieser Atmosphäre in der Kirche angezogen gefühlt, und eines davon ist „Ordersome” von Gründer Nikolas Chapoupis. Er will mit seiner gleichnamigen App das Gastronomiewesen revolutionieren. Die Idee kam ihm im Sommer 2017. Überzeugt von seinem Konzept, fand die offizielle Gründung im Januar 2018 statt, und seit März ist die App in den ersten Cafés und Restaurants im Einsatz. Die Software soll an stressigen Tagen zum einen die Kellner entlasten, zum anderen dem Gast eine zu lange Wartezeit ersparen.

Energie Loft, so heißt das Start-up von Sven Pietsch. Es ist ein innovatives Netzwerk, das im Bereich Energie, Immobilität und Smart City fungiert. Ende 2015 startete der junge Gründer mit seiner Idee und arbeitet mit mittlerweile 23 Mitarbeitern an seinem Traum. Die zwei Grundsäulen seines Konzepts sind die Inspiration, die sie an Unternehmen weitergeben, zum anderen die Umsetzung von Geschäfts- und Entwicklungsprozessen für andere Unternehmen, die das Start-up mit vorhandenen Ressourcen unternimmt.

Henning Wilms, CEO-founder von Enlyze gbR, gründete 2017 sein Start-up.

Das Fünfer-Team arbeitet im Bereich der Energie- und Produktionstechnik mit künstlicher Intelligenz. Mit ihrer Hardware zeichnen sie Daten da auf, wo sie entstehen. Daraus ergibt sich dann ein aggregierter Datensatz, der den Kunden für weitere Auswertungen frei zur Verfügung steht. Die Daten können dann unter anderem im Bereich Energieeffizienzsteigerung und Industrie 4.0 genutzt werden.

Eine Woche später treffen wir Daniel Wirtz, Media and Communications for Digital Business (MCD) Student im sechsten Semester an der FH Aachen. Zusammen mit einigen Kommilitonen gründete er vor einem Jahr die Agentur Crisp Studio. „Ich würde jedem Studenten raten, während des Studiums zu gründen. Wir wachsen mit unserer Idee, sammeln Erfahrungen und haben die Möglichkeit, uns mit unseren Kunden vertraut zu machen“, sagt Daniel Wirtz, Geschäftsführer von Crisp Studio.

Ein Teil des digitalen Ganzen

Die Agentur bietet unter anderem Dienstleistungen im Webdesign und in der Video- und Fotoproduktion, aber auch Unterstützung bei größeren Projekten, wie der Entwicklung von Marketingkonzepten und Markenidentitäten. Bei der Umsetzung der Projekte setzt Crisp Studio auf eine große Datenbank an freien Mitarbeitern, die nicht zentral in Aachen sitzen, sondern sich in Deutschland verteilen und zum Teil sogar im Ausland leben. Die Dezentralität sieht Crisp Studio als eine seiner großen Stärken. Sie bietet eine große Vielfalt an Talenten und die Möglichkeit, den verschiedensten Anforderungen der Kunden schnell und flexibel gerecht zu werden. Sie alle sind Teil dieses großen Netzwerks und Gestalter unserer digitalen Zukunft.

Autoren dieses Beitrags sind Studentinnen und Studenten der FH Aachen, Studiengang Media and Communicatons for Digital Business. Sie beschäftigen sich im Seminar Journalistik mit mehreren von ihnen vorgeschlagenen Themen. Verantwortlich für die Start-up-Dokumentation sind: Gina Handels, Fabienne Stera, Kim Rautenhaus und Carl Lück.

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