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Katrin Amunts: Jülicher Hirnforscherin erhält Bundesverdienstkreuz

Katrin Amunts : Jülicher Hirnforscherin erhält Bundesverdienstkreuz

Die Hirnforscherin Katrin Amunts hat für ihr herausragendes Engagement in den Neurowissenschaften das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Professor Katrin Amunts vom Forschungszentrum Jülich hat am Mittwoch eine besondere Auszeichnung erhalten: NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen überreichte der 59-Jährigen in Düsseldorf das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die auch international äußerst renommierte Forscherin ist Direktorin des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin am Forschungszentrum Jülich sowie des Cécile und Oskar Vogt-Instituts für Hirnforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihr besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung eines dreidimensionalen Hirnatlas, der es ermöglicht, die komplizierte Struktur und Funktion des Gehirns auf mikroskopischer Ebene darzustellen und zu verstehen. Mit der Entwicklung dieses Hirnatlas‘ hat die Neurowissenschaftlerin die internationale Forschung maßgeblich geprägt.

Katrin Amunts ist zudem seit 2016 die wissenschaftliche Direktorin des europäischen Flaggschiffs Human Brain Project (HBP). Dabei baut sie mit hunderten Partnern die neuartige Forschungsinfrastruktur Ebrains auf, die Neurowissenschaften und neueste Technologien verbindet. Sie steht der gesamten Forschungsgemeinschaft zur Verfügung und bietet auch freien Zugang zu Amunts‘ Hirnatlas.

Amunts habe Maßstäbe gesetzt, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen. „Ihr exzellenter Einsatz geht dabei weit über ihre beruflichen Verpflichtungen hinaus. Auch durch ihr Engagement für gesellschaftliche Fragestellungen leistet sie Großartiges.“ Geehrt werde Amunts auch, weil sie über ihr Forschungsgebiet hinaus einen Gestaltungsauftrag für die Zukunft annehme und ihren Blick immer auch auf die gesellschaftliche Wirkung von Forschung richte, hieß es. Dabei setze die Wissenschaftlerin wirkungsvolle Impulse für die ethische Reflektion und konkretes forschungspolitisches Handeln mit europäischer Perspektive. Ausgezeichnet werde sie zudem für ihre umfangreiche Wissenschaftskommunikation, bei der sie komplexe wissenschaftliche und ethische Themen verständlich mache.

 Amunts ist in verschiedenen Gremien und Netzwerken aktiv. Unter anderem wurde sie 2016 als ordentliches Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften und Ingenieurswissenschaften (Acatech) aufgenommen. Seit 2017 ist sie  auch ordentliches Mitglied der Klasse für Naturwissenschaften der Medizin in der nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Von 2012 bis 2020 war sie eines von 26 gewählten Mitgliedern des Deutschen Ethikrats.

In zahlreichen Funktionen engagiert sich die Forscherin zudem für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Der „Business Insider UK“ zählte sie 2015 zum Kreis der 50 wichtigsten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Zuletzt erhielt sie 2021 die James Bull Medaille der British Society of Neuroradiologists sowie im Januar 2022 den Hector Wissenschaftspreis.

(red)