Düsseldorf: Jobmesse für 400 „Airberliner”: Am Freitag endet die Ära auch in NRW

Düsseldorf : Jobmesse für 400 „Airberliner”: Am Freitag endet die Ära auch in NRW

Nach dem Aus für eine Transfergesellschaft für Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hat eine Jobmesse für Betroffene in Düsseldorf einen regelrechten Ansturm erlebt.

Etwa 400 Beschäftigt folgten der Einladung der Bundesagentur für Arbeit (BfA) und informierten sich über die Jobangebote von 16 Unternehmen, wie der Sprecher der Regionaldirektion der BfA, Christoph Löhr, am Donnerstag berichtet.

Dabei seien erste Kontakte mit möglichen neuen Arbeitgebern geknüpft worden. Viele Firmen hätten auch zusätzliche Jobangebote vor dem Hintergrund gemacht, dass es sich um besonders qualifizierte Bewerber handele. Bei der Jobmesse sei die Bundeswehr ebenso vertreten gewesen wie mehrere große Autovermieter oder Hotel- und Restaurantketten.

Unterdessen bereitet sich der Düsseldorfer Flughafen auf die Landung der letzten Maschine vor Einstellung des Flugbetriebs von Air Berlin am späten Freitagabend vor. Mit der um 22.45 Uhr geplanten Ankunft einer Maschine aus Italien soll die Ära von Air Berlin auch in Nordrhein-Westfalen enden. Erwartet wird die Maschine von zwei Löschfahrzeugen der Flughafenfeuerwehr, die eine Wasserfontäne bilden sollen. Für Air Berlin-Mitarbeiter und Besucher, die das Spektakel miterleben wollen, bleibt die Flughafenterrasse bis Mitternacht geöffnet.

Ob die Beschäftigten weitere Aktionen nach dem spektakulären Flugmanöver der letzten Air Berlin-Maschine aus den USA nach Düsseldorf planen, blieb zunächst unklar. Knapp 3000 der insgesamt rund 8000 Air Berlin-Beschäftigten haben ihren Standort in Nordrhein-Westfalen, darunter vor allem Personal aus Kabine und Cockpit.

Die Marktanteile

Mit dem Ende von Air Berlin nach 38 Jahren verschieben sich aber auch die Gewichte im NRW-Luftverkehr. Neues Schwergewicht wird die Lufthansa-Billigtochter Eurowings, die nach der Übernahme von Teilen von Air Berlin künftig mit Marktanteilen von jeweils knapp 50 Prozent das Geschäft an den beiden großen Flughäfen des Landes in Düsseldorf und Köln/Bonn dominiert. Bislang hatten sich die Marktanteile von Air Berlin und Eurowings zum Beispiel in Düsseldorf die Waage gehalten, wie ein Flughafen-Sprecher erklärte. Am Flughafen Paderborn/Lippstadt hatte sich Air Berlin dagegen bereits im Frühjahr verabschiedet.

Als neuer starker Mann am Flughafen der Landeshauptstadt hatte Eurowings-Chef Thorsten Dirks vor einigen Tagen in Düsseldorf die Muskeln spielen lassen und die Zustände am Airport heftig kritisiert. Der frühere E-Plus- und Telefonica-Manager gab dabei dem Flughafen durchweg schlechte Noten - etwa für die Sicherheitskontrollen für Fluggäste und überlange Wartezeiten bei der Bereitstellung von Bussen zum Transport der Passagiere.

Hintergrund ist die aggressive Wachstumsstrategie der Billig-Airline, die nach der Übernahme von Teilen von Air Berlin nicht nur ihre Mitarbeiterzahl im kommenden Jahr bundesweit um 3000 auf 10 000 Beschäftigte kräftig aufstockt, sondern auch die Passagierzahlen von derzeit rund 32 Millionen auf über 40 Millionen deutlich in die Höhe schrauben will.

(dpa)
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