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Reaktion auf Astrazeneca-Stopp: Jetzt geht’s an die Impfstoff-Reserve

Reaktion auf Astrazeneca-Stopp : Jetzt geht’s an die Impfstoff-Reserve

Der Astrazeneca-Stopp ist ein Schlag ins Kontor. Das wird auch von der NRW-Regierung nicht geleugnet. Eine Reserve anderer Impfstoffe soll nun beim Überbrücken helfen.

Nach dem Astrazeneca-Impfstopp sind Impfungen bei der großen Gruppe der Kita-Erzieherinnen und Lehrer in NRW zunächst nicht möglich, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf. Da die Zweit-Impfung mit dem Vakzin 12 bis 13 Wochen Zeit habe, beunruhige ihn diese Frage, die in NRW frühestens Mitte April akut werde, zunächst aber nicht.

NRW werde zunächst mit einer Reserve auf die neue Lage reagieren, berichtete Laumann. Von den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna seien rund 50 Prozent der Dosen zurückgelegt worden, um auf Lieferengpässe zu reagieren. Die Reserve werde um 150.000 Dosen verkleinert, um bis Ende März ebenso viele Menschen zusätzlich impfen zu können, sagte Laschet. Das werde Behinderten in Eingliederungseinrichtungen und zu einem kleineren Teil über 80-Jährigen zugutekommen.

NRW stehe bei den Corona-Schutzimpfungen kurz vor der Zwei-Millionen-Marke, sagte Laschet. Trotz der bedauerlichen Astrazeneca-Pause könne aber festgestellt werden: „Unsere Schutzmauer um die besonders Verwundbaren steht und wirkt.“ Während es zum Jahreswechsel unter den Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen noch über 5000 Infizierte in NRW gegeben habe, seien es in dieser inzwischen durchgeimpften Gruppe jetzt nur noch 300 Infizierte und damit 94 Prozent weniger. Über 850 000 Menschen über 80 Jahre hätten bereits über 1,7 Millionen Impftermine in NRW vereinbart. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag laut Robert Koch-Institut bei 82,9.

Auch bei den kostenlosen Bürger-Tests gehe es voran, berichtete Laschet. Inzwischen seien in NRW 1724 Test-Stellen genehmigt worden. Dort seien bereits rund 100 000 Tests auf das Coronavirus gemacht worden, von denen 1210 positiv ausgefallen seien. Damit liege die Quote bei 1,2 Prozent.

Laumann räumte aber ein: „Wir haben jetzt eine Krise, wenn ein Impfstoff wie Astrazeneca eine Impfpause macht.“ Die Frage, ob Bürger sich auf eigene Verantwortung mit Astrazeneca impfen lassen dürften, könne er nicht beantworten, sagte Laschet. Dies habe die Europäische Arzneimittelagentur zu beantworten. In jedem Fall müsse beim Impfen mehr Tempo gemacht werden. Die Haftung bei gesundheitlichen Schäden durch den Impfstoff liege beim Land, sagte Laumann.

Am 22. März treffen sich die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin zur nächsten großen Corona-Konferenz. Angesichts der Entwicklung der Zahlen halte er es für fraglich, ob für Deutschland touristische Öffnungen möglich seien, sagte Laschet, der auch CDU-Bundeschef ist. Dass die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben worden sei, sei den niedrigen Neuinfektionsraten dort zu verdanken. „Ich würde trotzdem nicht jedem empfehlen, jetzt dahin zu reisen“, sagte Laschet.

(dpa)