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SPD will Kinder-Impfung: Jetzt auch Einzeltermine für Corona-Impfung

SPD will Kinder-Impfung : Jetzt auch Einzeltermine für Corona-Impfung

Das wachsende Angebot an Corona-Impfstoffen erlaubt eine höhere Flexibilität bei den Buchungen. Der NRW-Gesundheitsminister will noch mehr Bürger vom Sinn der Impfung überzeugen. Die SPD fordert indes ein Sonderprogramm für Kinder.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein bietet über ihre Portale ab sofort auch die Möglichkeit, Einzeltermine für Corona-Impfungen zu buchen. Das Angebot richte sich insbesondere an Genesene, die nach überstandener Corona-Infektion nur eine Auffrischungsimpfung benötigen, erklärte die Vereinigung, kurz KVNO, am Montag in einer Mitteilung.

Ebenso könne jetzt eine Zweitimpfung mit Biontech oder Moderna in den Impfzentren gebucht werden, wenn etwa die für die Erstimpfung aufgesuchte Arztpraxis nicht genügend Impfstoff habe. Grundsätzlich solle aber am Prinzip festgehalten werden, beide Impfungen an einem Ort wahrzunehmen, hieß es.

Einzelbuchungen sind möglich unter der Rufnummer 0800/11611701 oder online unter termin.corona-impfung.nrw/home. Allerdings sei vorübergehend ein technischer Umweg nötig: Formal müssen noch zwei Termine gebucht werden – der zweite Termin muss dann zu einem späteren Zeitpunkt online oder telefonisch storniert werden.

In der kommenden Woche bieten eine Reihe von Impfzentren im Rheinland kurzfristig neue Ersttermine mit dem Impfstoff von Astrazeneca an. Die KVNO betonte die „nachweislich hohen Schutzwirkung einer Kreuzimpfung aus Astrazeneca mit einem mRNA-Impfstoff“. Aktuell sei das Angebot verfügbar in: Düren, Duisburg, Essen, Euskirchen, Kleve, Leverkusen, Mettmann, Mühlheim, Oberbergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Solingen, Viersen und Wuppertal.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht keine Rechtsgrundlage für Rufe nach Bußgeldern für Bürger, die Impftermine ohne Absage schwänzten. „Viele Buchungssysteme haben den Leuten bis vor Kurzem gar keine Möglichkeit eingeräumt, Termine umzubuchen, weil wir dazu gar nicht in der Lage waren“, sagte Laumann dem WDR-Fernsehmagazin Westpol. In NRW sei das erst seit einigen Tagen möglich. „Ich finde, wir brauchen jetzt keine Bestrafungsaktionen, sondern wir müssen einfach sagen: Leute, es ist vernünftig, dass ihr euch impfen lasst.“

Die SPD-Opposition verlangte ein Sonder-Impfprogramm für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren. Der Vorsitzende der Landespartei und Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty, forderte die Regierung in Düsseldorf auf, unverzüglich flächendeckende Angebote vorzubereiten. Auch Studierende benötigten gezielte Angebote. Die Sommerpause müsse an Schulen und Hochschulen genutzt werden, um die Voraussetzungen für reguläre Präsenzveranstaltungen nach den Ferien zu schaffen.

Kutschaty sagte, dazu gehörten Luftfilter in den Klassenzimmern – auch dort, wo Fenster geöffnet werden könnten. „Wir brauchen doppelte Sicherheit.“ Die Sicherheit von Lehrern und Schülern zu gewährleisten, sei vor allem Aufgabe des Landes. Daher müsse das Land auch die Kosten übernehmen – „und zwar bitte nicht im Sparmodus“.

Der Oppositionsführer appellierte zudem an die Landesregierung, die Impfzentren über den 30. September hinaus mindestens bis zum Jahresende offen zu halten. „Wir brauchen grundsätzlich eine staatliche Anlaufstelle für Impfangebote.“ Nicht jeder habe unmittelbaren Zugang zu Haus- oder gar Betriebsärzten. Möglicherweise seien künftig sogar jährliche Auffrisch-Impfungen gegen das Coronavirus nötig.

Er kündigte an, die Anschaffung von Coronamasken in NRW zu hinterfragen. Schon Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe sich wegen eines „Masken-Skandals“ zu verantworten, weil sein Haus welche für 5,68 Euro pro Stück gekauft habe – das Gesundheitsministerium in NRW habe aber sogar einen Stückpreis von 9,90 Euro gezahlt.

Die SPD wolle vor allem wissen, wer für die Anschaffung verantwortlich sei und warum niemand im Ministerium angesichts des Preises hellhörig geworden sei. Auch die Fragen, wer solchen „Schrott“ begutachtet habe und ob Provisionen geflossen seien, müssten geklärt werden.

(dpa)