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Bundesverdienstkreuz für Ehepaar Kutsch: Jahrelanges Engagement für Kinderrechte rund um den Globus

Bundesverdienstkreuz für Ehepaar Kutsch : Jahrelanges Engagement für Kinderrechte rund um den Globus

Mehr als 20 Jahre haben sie sich für Kinderrechte eingesetzt. Für ihr Engagement wurden Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch jetzt mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Oft sind es die kleinen Gesten, ein zartes Lächeln, ein fragender Blick. Wie drückt man Leid aus? Wie Lebensfreude? Wie vermittelt man Zuversicht? Das Gefühl, nicht allein zu sein in einer Welt, die vordergründig perspektivlos ist?

Unicef hat es sich zur Aufgabe gemacht, weltweit für Kinderrechte einzutreten, Not zu lindern, einen Beitrag zum Wachsen friedfertigerer Gesellschaften zu leisten. Ein großer Auftrag, der in kleinen Schritten erfüllt werden muss, der aus Einzelteilen ein Projekt macht. Und dieser Auftrag ist nur zu erfüllen durch engagierte Mitstreiter an der Basis.

Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch haben sich dieser Aufgabe gestellt. Mitte der 1990er Jahre wurde die Kooperation des Medienhauses Aachen mit dem Kinderhilfswerk ins Leben gerufen. 25 Jahre lang hat das Ehepaar Kutsch sich immer wieder auf den Weg gemacht, um aus den Krisengebieten dieser Welt zu berichten. In einfühlsamen Reportagen schilderte Manfred Kutsch das Leid vieler Kinder, dem Fotografin Silke Fock-Kutsch mit ihren Bildern ein eindrucksvolles Gesicht gab.

In unserer doch so heilen Welt mit ihren angeblich großen Problemen erfuhren wir, an wie viel es Kindern in der Welt – von Afghanistan über Brasilien bis hin nach Nepal und Sierra Leone – mangelt. Oder wie wenig schon ausreicht, um Not zu lindern.

Nur muss es Menschen geben, die das Wenige möglich machen. Und wie demütig wird man, erinnerte das Ehepaar Kutsch am Mittwoch bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Aachener Rathaus, wenn man dem Elend Auge in Auge gegenübersteht. Wie dankbar muss man sein, in einer freien Gesellschaft aufgewachsen zu sein, die selbst die Schwächsten auffängt. Gerade das haben Leserinnen und Leser immer wieder artikuliert, wenn sie sich mit den Unicef-Reportagen in unserer Zeitung auseinandersetzten.

Die Kooperation zwischen Medienhaus Aachen und Unicef, die das Ehepaar Kutsch verkörperte, steht in der Medienlandschaft beispiellos da. Mehr als zehn Millionen Euro spendeten Leserinnen und Leser.

Die Menschen in der Region nahmen Anteil, setzten sich auseinander mit den Krisen in der Welt, die Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch nachhaltig ins Bewusstsein riefen. „Unvorstellbares wird Wirklichkeit“, so fasste Manfred Kutsch im Rathaus zusammen, was ihm und seiner Frau in den vergangenen 25 Jahren begegnete.

Die beiden haben es nicht dabei belassen, bloß für unsere Zeitung darzustellen, was Unicef bewirken will, wo die dem Hilfswerk Anvertrauten Hilfe brauchen. Über die reine Berichterstattung hinaus hat das Ehepaar das Thema Kinderrechte und Kindernot und den dringenden Appell zu helfen in die Aachener Gesellschaft und darüber hinaus transportiert.

Durch Fotoausstellungen, durch Diskussionsrunden, durch Reiseberichte und vor allem durch zahllose Besuche in Schulen, in denen sie von ihrer Arbeit berichteten und den Kindern den Blick dafür schärften, was in der Welt fehlt, und wie Hilfe möglich ist.

Beide haben sich, so heißt es in der offiziellen Begründung für das Bundesverdienstkreuz, „auszeichnungswürdige Verdienste“ durch ihr „herausragendes und weltweites Engagement“ erworben. Was ihnen nicht nur den herzlichen Dank und den lang anhaltenden Applaus der Festgemeinde im Rathaus mit vielen Weggefährten – darunter Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider –, Kolleginnen und Kollegen, Freunden und nicht zuletzt Familienangehörigen einbrachte. Ihr Wirken hat weit darüber hinaus Zeichen gesetzt.

Die Kooperation von Medienhaus Aachen und Unicef wird weitergeführt. Redakteurin Ines Kubat ist vor einigen Tagen von ihrer ersten Projektreise zurückgekehrt, die sie ins afrikanische Malawi führte.