Wiederzugelassene Jagdmethoden: Jäger wehren sich gegen Kritik der Umweltverbände

Wiederzugelassene Jagdmethoden : Jäger wehren sich gegen Kritik der Umweltverbände

Das nordrhein-westfälische Jagdrecht ist seit Jahren ein Quell steten Streits zwischen Jägern, Naturschützern und den jeweiligen Fachpolitikern der Landesparteien.

Ein Gesetzentwurf der schwarz-gelben Landesregierung will das „Ökologische Jagdgesetz“ der Vorgängerregierung mittlerweile deutlich reformieren. CDU und FDP reagieren damit auf die anhaltende Kritik der Jagdverbände im Land.

„Mit dem neuen Jagdgesetz wollen wir den Jägern in Nordrhein-Westfalen ihre Würde zurückgeben“, sagte der zuständige FDP-Abgeordnete Markus Diekhoff bei der Vorstellung der Novelle, zu der im Landtag inzwischen auch Experten aller Verbände im Umweltausschuss Stellung beziehen konnten.

Der Naturschutzbund (Nabu) NRW beklagte bei dieser Gelegenheit, nun schlage das Pendel wieder in Richtung Jäger aus. Und so werde das wohl fortan von Novelle zu Novelle weitergehen, „je nach Regierungskoalition“, sagte Nabu-Vorsitzender Josef Tumbrinck.

Zufrieden mit dem Entwurf

Tatsächlich sind die Waidmänner mittlerweile zufrieden mit dem Entwurf, der wohl in der vorliegenden Form das Landesparlament in Düsseldorf passieren dürfte. Bei einem Redaktionsgespräch nahmen Vertreter der regionalen Jägerschaft Stellung zu der Kritik von Umweltschutzverbänden an einzelnen Punkten der Reform. Ihnen ist besonders wichtig, dass in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck entsteht, mit der Aufnahme auch streng geschützter Arten, wie dem Fischotter, ins Jagdrecht drohe den Tieren nun der baldige Abschuss.

„Arten, die jetzt ins Jagdrecht aufgenommen werden, werden von uns gehegt, überprüft, für Statistiken benutzt“, sagte zum Beispiel Günther Plum, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Aachen. „Wir fühlen uns für deren Erhalt verantwortlich.“

Auch für die von Tierschützern besonders kritisierte Wiederzulassung bestimmter Jagd- und Ausbildungsmethoden gebe es gute Gründe, betonen die Jäger. So könne man Jagdhunde nur an lebenden, flugunfähigen Enten ausbilden.

Das „Ökologische Jagdgesetz“ verpflichte Jäger zur Führung ordentlich ausgebildeter Hunde, verbiete aber gleichzeitig das Training mit flugunfähigen Enten – „paradox“ findet das Georg Amian, Landesvorsitzender des Jagdaufseherverbandes NRW.

Der Rechtsanwalt aus Aachen kritisierte die emotional geführte Debatte der vergangenen Jahre scharf: „Die Sachargumente aus der Jagdwissenschaft und dem Berufsjägerverband sind einfach beiseite geschoben worden. Es ist zu einem reinen Machtkampf zwischen Politik und Jagd gekommen.“ Das neue Jagdrecht setze deshalb einen wichtigen Schlussstrich unter dieses Kapitel, sagte Georg Amian.

(mar)
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