Lüttich: Inbetriebnahme von Reaktor Tihange 1 verzögert sich

Lüttich : Inbetriebnahme von Reaktor Tihange 1 verzögert sich

Eigentlich hätte der Reaktorblock 1 des belgischen Kernkraftwerks Tihange, seit gut zwei Monaten außer Betrieb, am Montag wieder ans Netz gehen sollen. Doch daraus wurde nichts, teilte der Betreiber Engie Electrabel mit. Nun soll es am Mittwoch klappen.

Der älteste der drei Meiler in dem störanfälligen Kernkraftwerk rund 65 Kilometer westlich von Aachen musste im September ungeplant abgeschaltet werden. Ursache war ein Defekt an einer Pumpe. Die Wiederinbetriebnahme verzögerte sich. Nach diversen Wartungsarbeiten war sie zunächst für November angesetzt worden. Der zunächst angesetzte Termin Montag, 20. November, war dann aber um zwei Tage verschoben werden.

Der älteste der drei Reaktorblöcke in Tihange ist seit 1975 in Betrieb. Immer wieder kommt es in den belgischen Kernkraftwerken zu Störungen. Block 1 in Tihange war erst im Mai abgeschaltet worden, nachdem es Probleme mit einem Wasserfilter außerhalb des nuklearen Bereichs gegeben hatte. Zuvor hatte der Block monatelang stillgelegen, weil bei Bauarbeiten ein Nebengebäude beschädigt worden war.

Reaktoren zum Teil seit mehr als 40 Jahren am Netz

Belgien hat zwei Atomkraftwerke: Tihange bei Lüttich mit drei Blöcken und Doel nahe Antwerpen mit vier Blöcken. Beide Kernkraftwerke sind mit teilweise schon mehr als 40 Jahren Laufzeit recht alt.

Besonders umstritten sind die Reaktoren Tihange 2 und Doel 3, weil in ihren Druckbehältern Tausende kleine Risse entdeckt worden sind. Bürgerinitiativen und Politiker quer durch die Parteienlandschaft nicht nur in der Region fordern deshalb bereits seit Jahren die Stilllegung der beiden Kraftwerke.

Erst vor wenigen Tagen hat der Betreiber Engie Electrabel angekündigt, dass der Meiler Doel 3 erst im kommenden Jahr wieder ans Netz gehen wird, voraussichtlich im April.

(heck/mgu)
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