1. Region

Arbeitsmarktzahlen: In NRW und der Region sind weniger Menschen auf Jobsuche

Arbeitsmarktzahlen : In NRW und der Region sind weniger Menschen auf Jobsuche

Obwohl die Corona-Pandemie noch nicht überstanden ist, setzt sich die Erholung am Arbeitsmarkt in NRW fort. Auch in der Region sind die Arbeitslosenquote und die Zahl der betreuten Menschen gesunken – auf einen Vorkrisenstand.

Rund 718.400 Menschen waren im August im bevölkerungsreichsten Bundestag arbeitslos gemeldet und damit 10,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Juli. Im August 2020 hatte sie mit 8,2 Prozent noch deutlich höher gelegen. „Die Signale am Arbeitsmarkt stehen weiterhin auf Erholung“, erklärte der NRW-Regionalchef der Behörde, Torsten Withake.

Er wertete es besonders positiv, dass die Zahl der Arbeitslosen auch im Vergleich zum Vormonat Juli gesunken ist, und zwar um 1,2 Prozent. Der Stichtag für die August-Daten lag in den Sommerferien. Üblicherweise steige die Arbeitslosigkeit während der Ferien, weil Firmen Betriebsferien machen oder Einstellungen auf später schieben. Dass die Arbeitslosenzahl im August stattdessen gesunken sei, unterstreiche die schrittweise Erholung am Arbeitsmarkt, die man schon in den vergangenen Monaten beobachtet habe.

Eine ähnliche Entwicklung sieht Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren: „Die Erholungstendenz auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort. Die Arbeitslosigkeit reduziert sich um 455 Personen. Einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit hatten wir zuletzt im August 2016.“ Besonders stark reduziert sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung nicht nur im Vergleich zum Vormonat, sondern auch im Vergleich zum August des letzten Jahres. „Wir betreuen im Versicherungsbereich gut ein Viertel weniger Kundinnen und Kunden, als noch vor einem Jahr, das spiegelt sich auch in den Zahlen nahezu jeder Geschäftsstelle wieder. Die Arbeitsagentur betreut aktuell gut 12.850 Personen, das sind 4380 Menschen weniger als im August 2020. Wir erreichen somit erstmals wieder den Vorkrisenstand“, ergänzt Ulrich Käser.

Die Arbeitslosenquote der Agentur Aachen-Düren sinkt von 7,1 auf 7,0 Prozent. Nach wie vor gab es aber große regionale Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Die Spanne in der Region reichte im August 2021 von 4,1 Prozent in Monschau bis 8,5 Prozent in den Städten Aachen und Stolberg.

Im Februar 2020 waren gut 12.980 Personen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter (Grundsicherung) erhöhte sich der Bestand um 238 Personen zum Vormonat. Das Jobcenter betreut aktuell gut 28.300 Kundinnen und Kunden, fast genauso viele Menschen wie im August 2020 (+52 oder +0,2 Prozent). Es ist 2374 Menschen im August gelungen eine neue Beschäftigung aufzunehmen, das sind 16 Menschen mehr als im vergangenen Monat. Im gleichen Zeitraum wurden 2116 neue Stellenangebote von Arbeitgebern gemeldet, das sind 155 weniger als im Juli.

Auch in NRW suchen noch viele Firmen nach geeigneten Beschäftigten: Die Zahl der offenen Arbeitsplätze, die im August gemeldet waren, lag bei rund 157.000 – das waren 28 Prozent mehr als vor einem Jahr. Grund für den starken Anstieg: Im vergangenen Jahr hatten viele Unternehmen wegen der Corona-Krise auf Neueinstellungen verzichtet und erst gar keine offenen Stellen gemeldet. Das hat sich inzwischen geändert, vor allem im Gastgewerbe wird nun händeringend nach Personal gesucht.

In Coronavirus-Zeiten griffen viele Firmen auf das Mittel der Kurzarbeit zurück: Um Personalkosten zu sparen, fuhren sie die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten runter, und der Staat übernahm einen Teil der Einkommenseinbußen. Auch hier gibt es eine positive Entwicklung: Die Zahl der Menschen in Kurzarbeit sinkt.

Wie eine Hochrechnung der Behörde ergab, arbeiteten im Mai rund 460.000 Beschäftigte in NRW verkürzt, das waren 44.000 weniger als im April. Neuere Zahlen lagen nicht vor. Die Kurzarbeiter-Quote – also der Anteil der Kurzarbeiter an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – sank von April bis Mai um 0,6 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.

(jas/dpa)