Lüttich: In Kanalrohr gerissen: Pfadfinder ertrinkt bei Tihange

Lüttich: In Kanalrohr gerissen: Pfadfinder ertrinkt bei Tihange

Ein plötzlich über die Ufer tretender Bach hat im belgischen Ort Tihange bei Lüttich am Samstag einen zwölfjährigen Pfadfinder und seine 22-jährige Gruppenleiterin mit sich gerissen. Während die Frau gerettet werden konnte, blieb der Junge zunächst vermisst. Am Montag wurde seine Leiche schließlich in der Maas gefunden.

Wie belgische Medien berichten, war der Bach mit dem Namen „L'homme sauvage“ („Der wilde Mann“) gegen 15 Uhr unerwartet über die Ufer getreten, als eine Gruppe von Pfadfindern im angrenzenden Wald Verstecken spielte. Der Zwölfjährige wurde dabei mitgerissen und offenbar zunächst in ein Wasserauffangbecken und von dort schließlich in ein großes Kanalisationsrohr gezogen. Beim Versuch, den Jungen zu retten, wurde die Gruppenleiterin ebenfalls hineingesaugt.

Die Frau konnte sich an einer Gullileiter festhalten und später gerettet werden. Vom Jungen fehlte zunächst jede Spur. Da man davon ausging, dass er durch die Kanalisation in die eiskalte Maas gespült worden war, konzentrierten die Retter ihre Suchanstrengungen auf den Fluss. Dabei wurden sie von einem Hubschrauber der belgischen Bundespolizei und Soldaten einer nahegelegenen Kaserne unterstützt.

Am Montag gab der eingerichtete Krisenstab schließlich bekannt, dass der Leichnam des Jungen rund 200 Meter vor einem Staudamm bei Ampsin gefunden worden sei.

Wie es zu dem „Mini-Tsunami“ kommen konnte, der das Wasser in den Straßen plötzlich einen halben Meter hoch hat steigen lassen, war zunächst nicht klar. Es wurde vermutet, dass geschmolzenes Eis für die Tragödie verantwortlich war.

(red)