In der Region und NRW: Mehr Geburten und noch mehr Todesfälle

Defizit weiter ausgeprägt : Mehr Geburten und noch mehr Todesfälle in der Region

In Nordrhein-Westfalen und der Region um Aachen, Düren und Heinsberg sind wieder mehr Kinder geboren worden. Allerdings ist die Zahl der Todesfälle noch deutlicher angestiegen, sodass sich das Defizit weiter ausprägt.

Die Zahl der Geburten stieg in NRW im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent auf 173.150 Babys, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Düsseldorf mitteilte. 2018 kamen damit 1166 Kinder mehr als im Vorjahr zur Welt.

Die Region verzeichnet einen Anstieg von 169 geborenen Kindern auf knapp 10.000 Geburten im Jahr 2018. Diese verteilen sich auf 5126 Kinder in der Städteregion Aachen, 2482 im Kreis Düren und 2386 Lebendgeborene im Kreis Heinsberg. Für die gesamte Region ist das ein Geburtenanstieg von +2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im Vergleich zu 2008, also vor zehn Jahren, sogar ein Anstieg von +11,5 Prozent. Damals wurden nur 8849 Kinder geboren.

Den höchsten prozentualen Geburtenanstieg gab es in NRW im Kreis Coesfeld (+10,6 Prozent), während im Kreis Olpe (-11,0 Prozent) der höchste Rückgang der Geburtenzahl zu verzeichnen war. Der Spitzenreiter in der Region ist der Kreis Heinsberg mit +4,9 Prozent. Einen deutlich weniger großen Anstieg gibt es im Kreis Düren (+0,9 Prozent) und der Städteregion Aachen (+0,7 Prozent), aber auch dort ist eine positive Entwicklung zu erkennen. Die Nachbargemeinde Euskirchen landet im NRW-Vergleich mit +8,9 Prozent bei der Geburtenrate sogar auf dem zweiten Platz hinter Coesfeld.

Das historische Geburtentief war in NRW im Jahr 2011 mit 143.097 erreicht worden. Seither hat sich die Geburtenzahl um 21 Prozent erhöht. Auch in der Region war mit 8335 Geburten 2011 der Tiefstand erreicht. Seitdem ist die Geburtenrate um 16,6 Prozent gestiegen.

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes wird immer höher und lag 2018 bei 29,8 Jahren für NRW. Zehn Jahre zuvor bekamen die Frauen im Durchschnitt ein Jahr früher ihr erstes Kind. Die Statistiker zählten 3170 Zwillings- und 58 Drillingsgeburten sowie fünf Geburten mit vier oder mehr Kindern.

Die Zahl der Todesfälle stieg noch stärker, wodurch sich das Geburtendefizit vergrößerte: In NRW starben im vergangenen Jahr 37.990 Menschen mehr als geboren wurden. Die Zahl der Todesfälle stieg mit drei Prozent deutlich stärker als die der Geburten. Dadurch vergrößerte sich die Kluft zwischen Todesfällen und Geburten um mehr als 5100.

Einen ähnlichen Trend kann man auch für die Region erkennen. Dort stehen 9994 geborene Kinder 12497 Sterbefälle gegenüber. Das ergibt ein Defizit von etwa 2500 Menschen, wobei 1040 auf die Städteregion Aachen abfallen, 822 auf den Kreis Düren und der Kreis Heinsberg mit einem Defizit von 641 Menschen am besten abschneidet.

Den höchsten Anstieg an Sterbefällen registrierten die Statistiker in Krefeld (+ 8,1 Prozent), den höchsten Rückgang in Wuppertal (-1,8 Prozent). Der Kreis Heinsberg, der den höchsten Anstieg an Geburten in der Region verzeichnete, hat außerdem den niedrigsten Anstieg bei Sterbefällen (+3,1 Prozent), gefolgt von dem Kreis Düren (+3,9 Prozent) und der Städteregion Aachen mit +4,3 Prozent.

Die Sterbezahlen in der Region haben im Jahr 2018 den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Seit dem Jahr 2008 ist die Anzahl der Sterbefälle um +12,7 Prozent gestiegen.

(jas/dpa)
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