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Eschweiler: Immer neue Probleme im Eschweiler Schlachthof

Eschweiler : Immer neue Probleme im Eschweiler Schlachthof

Die Betreiber des Schlachthofs in Eschweiler kämpfen dieser Tage um den Erhalt des Betriebs, aber ob der letzte verbliebene Schlachthof der Region eine Zukunft hat, ist ungewiss. Und als gäbe es auf dem Schlachthof nicht schon genügend Problemfelder, gibt es jetzt offenbar auch tiefe Verwerfungen innerhalb der verbliebenen Belegschaft. Derart tiefe, dass am Dienstagabend dort sogar die Polizei einschreiten musste.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte einer der Schlachthofbetreiber kürzlich ein Detektivbüro engagiert, um einen Mitarbeiter überwachen zu lassen. Der Betreiber glaubt, dieser Mitarbeiter habe ihn über zwei Jahre um 60.000 bis 70.000 Euro betrogen, indem er in Eschweiler verarbeitetes Fleisch auf eigene Rechnung verkauft habe. Am Dienstagabend nun alarmierte der Detektiv die Polizei, als er beobachtet zu haben glaubte, dass besagter Mitarbeiter einem Kunden bei der Warenübergabe mehr Fleisch ausgehändigt habe, als vorher abgerechnet worden war.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte am Freitag das Aachener Polizeipräsidium den Einsatz am Dienstag. Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen wegen Hehlerei, Diebstahl, Nötigung und Beleidigung aufgenommen. Der Sprecher der Schlachthofbetreiber war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Warten aufs Gerichtsurteil

Das Veterinäramt der Städteregion Aachen hatte den Schlachthof dieses Jahr wegen rechnischer Mängel mehrfach geschlossen. Im Moment darf dort nicht geschlachtet, sondern nur zerlegt werden. Die Verwerfungen zwischen Behörde und Schlachthofbetreibern sind beträchtlich, ein Mitarbeiter des Veterinäramts hatte einen der Betreiber wegen Körperverletzung angezeigt. Der Betreiber wiederum drohte der Behörde mit einer Anzeige wegen Ruf- und Geschäftsschädigung.

Abgesehen davon waren am Donnerstag Vertreter der Städteregion, Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram (SPD) und der kommissarische Betriebsleiter des Schlachthofs, Wolfgang Flachs, zu Gesprächen beim Landesamt für Natur- und Umweltschutz (Lanuv) in Recklinghausen, der obersten Genehmigungsbehörde. Obwohl Flachs, Vize-Obermeister der Fleischerinnung Aachen, erklärte, in den vergangenen Wochen und Monaten habe sich im Schlachthof vieles verbessert, ist es nach Informationen unserer Zeitung fraglich, ob die Betriebserlaubnis in absehbarer Zeit wieder erteilt wird.

Fraglich ist auch, ob am Schlachthof weiter zerlegt werden darf: Betreiber und Veterinäramt erwarten in naher Zukunft eine diesbezügliche Entscheidung des Aachener Verwaltungsgerichts.