Düsseldorf: Immer mehr Senioren in NRW: Jeder Fünfte 65 und älter

Düsseldorf : Immer mehr Senioren in NRW: Jeder Fünfte 65 und älter

Nordrhein-Westfalen ergraut: Im bevölkerungsreichsten Bundesland wächst - wie in ganz Deutschland - der Anteil der Senioren. Das Statistische Landesamt hat ihre Lebensbedingungen unter die Lupe genommen.

Das Alter: Jeder fünfte Bewohner ist inzwischen 65 Jahre und älter. Die Zahl stieg zwischen 2005 und 2016 um 212.000 auf 3,7 Millionen, wie IT.NRW am Dienstag in Düsseldorf bekanntgab. Laut Hochrechnungen soll die Zahl der Senioren bis zum Jahr 2036 noch um gut ein Drittel zunehmen. Die Frauen sind mit 56,2 Prozent in der Überzahl. Der Anteil der Frauen ist seit 2005 leicht zurückgegangen. „Grund dafür ist, dass die kriegsgeprägten Jahrgänge, in denen Männer seltener den Krieg überlebt haben als Frauen, allmählich an Bedeutung verlieren”, sagt Wolfgang Seifert vom Statistischen Landesamt.

Arbeit: Rentenalter bedeutet nicht zugleich Rente: Die Zahl der arbeitenden Senioren hat sich von 96.000 auf 196.000 verdoppelt. Das sind 7,4 Prozent der Bevölkerung. Bei den Männern ist es jeder Zehnte, bei den Frauen jede Zwanzigste.

Einkommen: Durchschnittlich hatten die Senioren zuletzt 1480 Euro (2005: 1240) zur Verfügung, Männer 1920 Euro, Frauen 1120 Euro. Die Unterschiede resultieren vor allem daher, dass Frauen häufiger Arbeitsunterbrechungen hatten und in Teilzeit beschäftigt waren.

Armutsrisiko: Es steigt. Zuletzt bezogen 14,4 Prozent oder 480.000 Menschen ein Einkommen unterhalb der Armutsrisikoschwelle. Das ist ein Anstieg gegenüber 2005. Damals lag die Quote bei 9,9 Prozent. Frauen sind häufiger betroffen (16,1 Prozent) als Männer (12,3).

Familienstand: Die meisten Senioren leben nicht allein. Mehr als Sechs von Zehn haben einen Partner. In fast allen Fällen ist es der Ehepartner. Fast Drei von Zehn sind verwitwet.

Pflege: Jeder Siebte hat eine Pflegestufe. Bei Frauen liegt der Anteil bei 17,1 Prozent, bei Männern bei 10,7 Prozent. „Dies ist nicht nur auf die längere Lebenserwartung der Frauen zurückzuführen, Frauen pflegen auch häufig ihre Männer und verzichten deshalb auf die Feststellung einer Pflegestufe für ihren Mann”, sagt Seifert.

Herkunft: Der Migrationshintergrund spielt eine vergleichsweise geringe Rolle. Während der Anteil von Menschen mit ausländischen Wurzeln bei einem Viertel liegt, ist er bei den Senioren halb so hoch. Er ist aber gestiegen, weil Gastarbeiter der ersten Generation inzwischen das Rentenalter erreicht haben.

(dpa)
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