Warstein: Immer mehr NRW-Betriebe wollen auf Ökolandbau umstellen

Warstein : Immer mehr NRW-Betriebe wollen auf Ökolandbau umstellen

In NRW wollen immer mehr Betriebe auf Ökolandbau umstellen. Die Nachfrage nordrhein-westfälischer Betriebe nach einer Umstellungsförderung sei derzeit deutlich höher als in den Vorjahren, berichtete der Parlamentarische Staatssekretär im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium Horst Becker (Grüne) zum Start der Aktionstage Ökolandbau am Sonntag in Warstein.

Bis zum 11. September sollen in NRW über 200 Einzelveranstaltungen für den Ökolandbau werben. Zahlreiche Bio-Bauernhöfe und Bio-Gärtnerien wollen dabei ihre Hoftore für interessierte Besucher öffnen.

Jährlich verzeichne die Branche eine etwa zehnprozentige Steigerung der Nachfrage, sagte Becker. Es sei nach wie vor ein Problem, die Nachfrage zu befriedigen. Allerdings hätten nun erstmals seit Jahren wieder viele Landwirte eine Förderung zur Umstellung auf Bio beantragt. Insgesamt 220 weitere Betriebe mit einer Fläche von 10.000 Hektar wollen künftig bio produzieren, wie aus den Anträgen für 2017 hervorgehe. Angesichts einer derzeitig in NRW ökologisch bewirtschafteten Fläche von 70.000 Hektar sei dies eine erfreuliche Steigerung von deutlich über zehn Prozent.

NRW habe in Sachen Öko-Landbau einen Nachholbedarf. Im bundesweiten Vergleich liege das Land mit 5 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche deutlich zurück. Im Schnitt werden in Deutschland 7,5 Prozent der Flächen ökologisch bewirtschaftet, sagte Becker.

Die Öko-Landbau-Verbände freuen sich über das Interesse der Landwirte an umweltverträglichem Ackerbau und tiergerechter Viehhaltung. „Wir hatten in den vergangenen Jahren das Problem, dass wir weit hinter der Nachfrage zurückgefallen sind”, sagte Jörn Bender vom Biokreis Erzeugerring NRW, der 150 Landwirte vertritt.

Hintergrund des Anstiegs seien auch die Krisen der konventionellen Landwirtschaft. „Wenn man den Milchpreis-Verfall und die Probleme der Schweinemäster sieht, kann man nachvollziehen, dass die Landwirte über eine Umstellung nachdenken”, sagte Bender.

(dpa)