Beinbruch im Bällebad : Ikea Heerlen muss Eltern keinen Schadenersatz zahlen

Beinbruch im Bällebad : Ikea Heerlen muss Eltern keinen Schadenersatz zahlen

Beim Spielen im Bällebad bei Ikea in Heerlen hat sich vor fünf Jahren ein dreijähriges Mädchen ein Bein gebrochen. Die Eltern verklagten das schwedische Möbelhaus, weil sie unter anderem die Aufsichtspflicht verletzt sahen und forderten 25.000 Euro Schadenersatz. Vor Gericht scheiterten sie jetzt jedoch.

Die Begründung des Richters für dieses Urteil: Es handele sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände, für die Ikea keine Verantwortung trage.

Das Mädchen war 2014 in der Spieleecke der Heerlener Niederlassung abgegeben worden. Sie saß im Bällebad, als ein anderes Mädchen vom Rand her einen Fünfjährigen stieß, so dass dieser auf die Dreijährige fiel und ihr den Oberschenkel brach. Sie musste operiert werden.

Die Eltern unterstellten dem Möbelhaus Versäumnisse: Es sei zu wenig Aufsicht dagewesen, der Boden zu wenig gefedert und das Formular für spielende Kinder unvollständig ausgefüllt worden, so dass die Eltern des anderen Mädchens nicht ausfindig gemacht werden konnten. Die Eltern des verletzten Kindes wollten zunächst die Eltern des schubsenden Kindes für ihren Schaden haftbar machen, weil die Versicherung nicht alle Kosten gedeckt habe. Da die Eltern nicht identifizierbar sind, sollte Ikea zahlen.

Typische Spielsituation

Die Richter urteilten jedoch, es könne nicht davon gesprochen werden, dass das Bällebad unsicher und zu wenig gedämpft sei. Auch habe Ikea mit einer Aufsichtsperson der Sorgfaltspflicht Genüge getan. Und das Formular sei lediglich für den internen Gebrauch bestimmt. Nach Ansicht der Videobilder des Unglückstages kamen die Richter zu dem Schluss, dass der Unfall  in einer typischen Sport- und Spielsituation passiert sei und das andere Mädchen mit dem Schubser nichts Unrechtmäßiges getan habe. Seine Eltern seien deshalb auch nicht heranzuziehen. In einem derartigen Spiel könne es halt zu unkoordinierten Bewegungen kommen.

Die Kläger müssen nun auch für die Prozesskosten von Ikea aufkommen, fast 3000 Euro. 

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