Nach Insolvenz der Oebel-Gruppe: IHK-Präsident Mainz tritt zurück

Nach Insolvenz der Oebel-Gruppe : IHK-Präsident Mainz tritt zurück

Der Präsident der IHK Aachen, Wolfgang Mainz, hat den Rücktritt von seinem Amt mit sofortiger Wirkung erklärt. Das bestätigte der 53-Jährige am Dienstagabend gegenüber unserer Zeitung. Hintergrund ist die Insolvenz der Oebel-Gruppe, die das Unternehmen am Dienstag angemeldet hat.

Mainz ist Geschäftsführer der Oebel-Gruppe, die vor zweieinhalb Jahren aus der Kronenbrot-Gruppe abgespalten worden ist, als letztere erstmals in die Insolvenz geraten war. Er wolle, soweit möglich, Schaden von der IHK Aachen fernhalten, sagte Mainz. Zu weiteren Details wollte er sich zunächst nicht äußern.

Die Insolvenz von Oebel hängt offenbar zusammen mit der neuerlichen aktuellen Insolvenz von Kronenbrot. Nach Informationen unserer Zeitung hat Kronenbrot die Oebel-Filialen seit Dienstag nicht mehr beliefert. Oebel hat umgekehrt erhebliche Zahlungsrückstände bei Kronenbrot. Die Würselener Großbäckerei hatte sich bei der Trennung im Jahr 2017 verpflichtet, Oebel zu marktüblichen Preisen weiter zu beliefern. Oebel sollte derweil weiter bestimmte Mindestmengen bei Kronenbrot einkaufen. In der Folge gab es offenbar bereits Auseinandersetzungen ums Geld.

Mainz hatte seinen Rücktritt am Dienstag bei der Sitzung des IHK-Hauptausschusses erklärt. Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Kammer, erläuterte am Dienstagabend im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Schritt von Mainz „für die Kammer nicht erfreulich“ sei, die IHK in ihrer Arbeit aber auch nicht beeinträchtige.

In einem Schreiben an die Mitglieder des Hauptausschusses schreibt Bayer, die Zusammenarbeit mit Mainz habe sich durch Offenheit, ein dem Einzelnen zugewandtes Miteinander und modernes, nach vorne gewandtes Arbeiten ausgezeichnet. Bayer schreibt weiter: „Auch in der vertraulichen Verbreitung dieses Schrittes mit mir in den vergangenen Tagen stand seine hohe Verantwortung gegenüber der Kammer an oberster Stelle. Präsidium und Hauptausschuss zollen Wolfgang Mainz Respekt für diese konsequente Entscheidung, zumal er weiterhin unternehmerisch aktiv sein wird.“

Mainz war erst im Januar 2018 zum IHK-Präsidenten gewählt worden und Nachfolger von Bert Wirtz, der zuvor zehn Jahre an der Spitze der Kammer gestanden hatte. Die IHK Aachen werde nun mit Ruhe die Suche nach einem Nachfolger angehen, wie Bayer betonte. Dabei gehe es zunächst darum, das weitere Vorgehen festzulegen. Die Wahl eines neuen Präsidenten durch die IHK-Vollversammlung könne dann nach einer Bewerbungsrunde voraussichtlich im Oktober oder November erfolgen.

(chr/tht/pa)