Unterstützung: IHK-Jugendwerk erhält 70.000 Euro vom Land

Unterstützung : IHK-Jugendwerk erhält 70.000 Euro vom Land

Die NRW-Landesregierung stellt 70.000 Euro für das Deutsch-Niederländische Jugendwerk bereit. Mit dem Geld soll die Verständigung von deutschen und niederländischen Jugendlichen weiter gefördert werden.

Vor 25 Jahren rüttelte eine niederländische Studie Menschen in Deutschland und den Niederlanden auf. Die sogenannte Clingenbael-Studie zeigte, dass niederländische Jugendliche oftmals ein sehr negatives Bild von Deutschland und den Deutschen hatten. Um dieses Bild zu ändern, gründete sich 1993/1995 unter den Fittichen der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) das Deutsch-Niederländische Jugendwerk (DNJ).

Das Ziel: Ein besseres Verständnis für die Menschen jenseits der Grenze zu schaffen, sowohl aus Sicht der Deutschen wie auch aus Sicht der Niederländer. Die Meinung über die Nachbarn ist heute auf beiden Seiten eine andere. Dennoch sieht das Jugendwerk seine Arbeit nicht als beendet an, sondern blickt auf große Aufgaben in der Zukunft. Qualitativ hochwertigere Förderung und ein Schwerpunkt auf den Arbeitsmarkt jenseits der Grenze sind dabei nur zwei der angedachten Aspekte.

Auch für die Landesregierung Nordrhein-Westfalen ist die Förderung des Jugendaustausches zwischen Deutschland und den Niederlanden eine Herzensangelegenheit. 100.000 Euro stellt das Land 2019 für den Ausbau des Jugendwerks bereit. Eine Anschubfinanzierung in Höhe von 20.000 Euro erhielt das Jugendwerk bereits im Frühjahr, jetzt überreichte der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes NRW, Stephan Holthoff-Pförtner (CDU), einen Förderbescheid in Höhe von 70.000 Euro an das DNJ.

„Es reicht nicht, dass wir uns gegenseitig nicht mehr schlimm finden“, erklärt der Minister, „Wir brauchen auch eine europäische Zivilgesellschaft.“

Dietmar Brockes (FDP), Vorsitzender des Ausschusses für Europa und Internationales im nordrhein-westfälischen Landtag, betont, dass die schwarz-gelbe Koalition bereits im Koalitionsvertrag festgeschrieben habe, verschiedene Facetten grenzübergreifender Zusammenarbeit zu fördern, darunter auch Förderungen für Kinder und Jugendliche. „Wir haben uns angesehen, welche konkreten Maßnahmen schon existieren“, erläutert er. Gerne würde die Landesregierung auch die Europäische Union (EU) und die Bundesregierung ins Boot holen um die Finanzierung längerfristig zu sichern.

Nicht nur die deutsche Politik ist an einer Erweiterung des Jugendaustausches interessiert, auch aus den Niederlanden gibt es viel Zustimmung und Sympathie für grenzüberschreitende Jugendprojekte. Gemeinsam mit dem Staatssekretär für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im niederländischen Innenministerium, Raymond Knops, stellte Holthoff-Pförtner erst im Mai die gemeinsame Initiative „unbegrenzt – onbegrendsd“ vor. Im Rahmen dieser Initiative stellte das niederländische Innenministerium 160.000 Euro für den Jugendaustausch bereit, dazu kommen 150.000 Euro der Provinz Limburg.

Die Arbeit des DNJ ist nicht auf die Städteregion oder den Einzugsbereich der IHK Aachen begrenzt, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. Die allermeisten Anfragen an das Jugendwerk kommen aus NRW, einige wenige aber auch aus anderen Bundesländer.

Ein Herzenswunsch von Monika Frohn, ehrenamtliche beim DNJ tätig und Mitarbeiterin der IHK, wünscht sich eine Verstetigung des Projekts und eine dauerhafte finanzielle Förderung. „Wir denken an einen Betrag von 200.000 Euro pro Jahr“, sagt sie. Damit könnte zum Beispiel eine Vollzeitkraft gefördert werden. Auch könnte mehr bezahlt werden als nur eine Busfahrt.