Düsseldorf: IG Metall ruft zu massiven Warnstreiks in über 140 NRW-Betrieben auf

Düsseldorf : IG Metall ruft zu massiven Warnstreiks in über 140 NRW-Betrieben auf

Im Kampf um höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten hat die IG Metall für diesen Dienstag zu massiven Warnstreiks in ganz Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Mehrere Zehntausend Beschäftigte sollen die Arbeit niederzulegen, teilte die Gewerkschaft mit.

Die Aktionen sollen flächendeckend in mehr als 140 Betrieben im ganzen Land stattfinden. Weiterer bundesweiter Schwerpunkt soll am Dienstag Bayern sein. Eine Sprecherin der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt am Main kündigte jedoch Aktionen von den Alpen bis zur Küste an.

Erste Aktionen in NRW sind bereits in den Nachtschichten geplant. Um 04.00 Uhr soll ein Fackelzug mit rund 250 Beschäftigten des Aluminium-Norf-Werks durch Neuss ziehen.

Bereits am Montag hatte die IG Metall NRW die erste große Warnstreikwelle in dem laufenden Tarifkonflikt gestartet. Unmittelbar nach Mitternacht hatten rund 100 Mitarbeiter im Iserlohner Werk des Verhandlungsführers der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft bezifferte die bis zum Montagabend erwartete Zahl der Teilnehmer auf rund 1350 Streikende. Bundesweit waren auch mehrere andere IG Metallbezirke unter anderem in Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg betroffen. Erste vereinzelte Warnstreikaktionen hatte es außerhalb von NRW bereits in der vergangenen Woche gegeben.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr sowie das individuelle Recht für jeden Beschäftigten, seine Arbeitszeit vorübergehend von 35 auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen. Für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen soll es einen teilweisen Lohnausgleich geben. Die Arbeitgeber haben bisher 2,0 Prozent mehr Lohn für 15 Monate und eine Einmalzahlung von 200 Euro angeboten und wollen die Arbeitszeit auf bis zu 42 Stunden verlängern können.

Besonders die letzte Forderung wird von den Arbeitgebern scharf abgelehnt und als illegal bezeichnet, weil daraus Ungleichbehandlungen gegenüber Mitarbeitern entstünden, die jetzt schon ohne Ausgleich in Teilzeit arbeiten. Sie haben bislang Lohnzuwächse von zwei Prozent plus einer Einmalzahlung angeboten und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt. Die nächsten Verhandlungen finden am kommenden Donnerstag (11. Januar) im Tarifbezirk Baden-Württemberg statt.

In Nordrhein-Westfalen wollen sich die Verhandlungspartner am 18. Januar zur dritten Runde der jeweils regional in den einzelnen Bezirken geführten Gespräche treffen. Der NRW-Verhandlungsführer der IG Metall, Knut Giesler, hatte zuvor bereits mit einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung gedroht, sollte es bei dem Treffen keine Bewegung geben. Die Gewerkschaft könne nochmals kurzfristig nachlegen und über 24-Stunden-Warnstreiks entscheiden. Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber kritisierten die Warnstreiks als „unnötige Verschärfung” der Tarifrunde.

(dpa)
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