1. Region

Iserlohn: IG Metall beginnt in NRW mit Warnstreiks: Zehntausende erwartet

Iserlohn : IG Metall beginnt in NRW mit Warnstreiks: Zehntausende erwartet

Mit Warnstreiks will die IG Metall von Montag an auch in Nordrhein-Westfalen den Druck im bundesweiten Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie erhöhen. Die Gewerkschaft will höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten durchsetzen. Die Aktionen sollen in der Nacht im Iserlohner Werk des Verhandlungsführers der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, beginnen.

Die Gewerkschaft in NRW rechnet zum Auftakt am Montag mit etwa 1000 Streikenden, im Laufe der Woche soll sich die Zahl auf mehrere zehntausend Teilnehmer erhöhen.

Weitere Schwerpunkte der bundesweiten Aktionen sollen neben NRW Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Sachsen sein. Bei Porsche in Stuttgart legen die Beschäftigten nach Donnerstag vergangener Woche bereits zum zweiten Mal die Arbeit nieder, um für ihre Ziele zu demonstrieren.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten eine Option zur befristeten Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder und pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.

Besonders diese Forderung wird von den Arbeitgebern scharf abgelehnt und als illegal bezeichnet. Sie haben bislang Lohnzuwächse von 2 Prozent plus einer Einmalzahlung angeboten und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie NRW, Luitwin Mallmann, warnte die IG Metall davor, die Tarifrunde durch überzogene Aktionen zusätzlich zu belasten. „Der Gewerkschaft muss bewusst sein, dass Produktionsausfälle die internationalen Kundenbeziehungen empfindlich stören und sie mit den Warnstreiks die weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit und -treue unserer Unternehmen gefährdet”, sagte Mallmann.

Warnstreiks machten eine Lösung des Tarifstreits nicht leichter. Den von der IG Metall geforderten Teillohnausgleich bei einer Arbeitszeitverkürzung bezeichnete Mallmann als „gleichermaßen wirklichkeitsfremd wie diskriminierend”.

Der NRW-Verhandlungsführer der IG Metall, Knut Giesler, drohte dagegen mit einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung, sollte es bei der am 18. Januar bevorstehenden dritten NRW-Verhandlungsrunde in Neuss keine Bewegung geben. Die Gewerkschaft könne nochmals kurzfristig nachlegen und über 24-Stunden-Warnstreiks entscheiden.

(dpa)