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Aachen: Hunderte Schüler auf einen Mausklick

Aachen : Hunderte Schüler auf einen Mausklick

Wer schon einmal mehrere Computer mit einander zu einem Netzwerk verbunden hat, der kann ein Lied davon singen: Komplexe PC-Netze sind gar nicht so einfach zu konfigurieren.

Besonders wenn ein Zentralrechner, der so genannte Server, den Zusammenschluss steuert. Vor diesem Problem stehen auch viele Schulen. Während Unternehmen ganze Abteilungen zu diesem Zweck betreiben oder kostspielige Systemhaus-Lösungen einkaufen, ist bei knappen Schulbudgets selten genug Geld drin, um solche Profis anzuheuern.

Test in Herzogenrath

Das muss auch nicht sein. Die Firma AixConcept mit Sitz im Aachener „Silicon Valley” Pascalstraße hat in Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz und dem Software-Riesen Microsoft eine Alternative entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Schulen mit mehreren 100 Anwendern abgestimmt ist. „Modulares Netz für Schulen (MNS)” nennt sich das System, das inzwischen deutschlandweit an knapp 100 Schulen im Einsatz ist.

In der Region hat bislang die Stadt Herzogenrath als Testschule ihre Grundschule Klinkheide mit dem MNS ausgestattet. Weitere Schulen in der Rodastadt sollen folgen. Auch andere Städte aus der Region haben bereits angefragt.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Computer-Vernetzung, die Spezialisten über die Systemsteuerung des Betriebssystems einrichten, kommt das „Modulare Netz für Schulen” mit wenigen Mausklicks aus.

MNS ist eine eigene grafische Benutzer-Oberfläche, die die Ressourcen des Microsoft-Betriebssystems Windows 2000 „übersetzt ” und so dessen Funktionalitäten ausreizt, ohne dass ein Abtauchen in die Tiefen der System-Steuerung nötig wird.

Für die komplette Einrichtung und Pflege eines Schul-Netzwerks muss der Verantwortliche nur noch Computer-, nicht aber Netzwerk-Kenntnisse vorweisen. Die Bedienung läuft per Mausklick. „Während im Regelfall für das Anlegen eines Nutzers im Netz mindestens 25 Schritte notwendig sind, genügen bei unserer Lösung wenige Klicks”, berichtet Stefan Winandy, AixConcept-Geschäftsführer und einer der MNS-Entwickler.

So reicht es für die Anfangseinrichtung des Schulnetzes aus, wenn aus der Schulverwaltung eine Excel-Datei mit den Daten sämtlicher Schüler vorliegt. Aus dieser Tabelle filtert MNS sämtliche Informationen, um die komplette Netzstruktur und alle Nutzer anzulegen. Fürs Hinzufügen oder Entfernen von Schülern oder ganzen Klassen sind ebenfalls nur wenige Mausklicks nötig.

MNS erleichtert aber nicht nur die Einrichtung des Netzwerkssondern steuert mit verschiedenen Modulen auch den digitalen Schulalltag. Von der (abgesicherten) Internet-Anbindung über die Integration von Druckern bis hin zum besonders gesicherten Modus für Klassenarbeiten, die bequeme Verteilung von digitalen Arbeitsunterlagen oder zentral gesteuerte Software-Installation auf mehreren PCs reicht die Bandbreite.

Dabei kommt MNS besonders zugute, dass es in einem Modellprojekt aus dem Schulalltag heraus entwickelt wurde und daher auf die speziellen Bedürfnisse von Schülern und Lehrern eingeht.

Hat beispielsweise ein Schüler sein Zugangs-Passwort vergessen, so muss nicht mehr der Netzwerk-Administrator ein neues vergeben. Das kann unter MNS der Lehrer übernehmen, ohne dabei selbst in die Tiefe des Systems vordringen zu müssen.

„Unser Ziel war es, eine leicht zu handhabende Standard-Lösung zu schaffen, die allen Anwendern die Scheu vor der Nutzung nimmt”, erklärt Stefan Winandy. „Die Leute müssen das System verstehen und akzeptieren, um es auch wirklich effektiv zu nutzen.” Aus diesem Grund gehören neben der (kostenlosen) Bestandsanalyse der in der Schule vorhandenen Hardware und der Konfiguration des Systems auch Schulungen von Verantwortlichen und Lehrer-Kollegien zum festen Bestandteil des Angebots.

Auch finanziell ist MNS im Vergleich zu professionellen Alternativen attraktiv. Auf die Schule kommen im Basis-Paket -Êneben der Anschaffung eventueller (handelsüblicher) Hardware - Kosten von rund 5000 Euro zu.