Aachen/Düren/Heinsberg: Hohe Spritpreise schaden der Region

Aachen/Düren/Heinsberg: Hohe Spritpreise schaden der Region

Spekulationsgeschäfte an den Rohölmärkten treiben den Preis für Benzin und Diesel kräftig in die Höhe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde.

Die Folge: „Autofahrer müssen an den Tankstellen im Schnitt 14 Cent pro Liter extra zahlen”, sagt Bettina Herlitzius, Abgeordnete der Grünen aus Herzogenrath. Der Studie zufolge sind kurz - und langfristige Spekulationen von Hedgefonds und Investmentbanken wie Goldman Sachs oder der Deutschen Bank für rund 35Prozent des Rohölpreises (derzeit rund 85 US-Dollar pro Barrel) verantwortlich.

Deutsche Autofahrer würden deshalb für eine 50-Liter-Tankfüllung mit sieben Euro zusätzlich zur Kasse gebeten. „Bei einer jährlichen Fahrleistung von 13.000 Kilometer und einem Verbrauch von 7,5 Liter liegt die Mehrbelastung bereits bei 136 Euro pro Pkw”, rechnet Herlitzius vor und kritisiert: „Durch die unmoralischen Spekulationen entsteht auch dem regionalen Wirtschaftskreislauf ein großer Schaden.”

So bedeuteten die überhöhten Spritabgaben allein für die Städteregion Aachen einen jährlichen Verlust an Kaufkraft von rund 34 Millionen Euro. Die Bürger im Kreis Düren hätten rund 18,7 Millionen Euro weniger in der Tasche, die im Kreis Heinsberg rund 18 Millionen. Für das Land Nordrhein-Westfalen beziffert Herlitzius den Verlust mit einer Milliarde Euro.

Nun sind die Grünen nicht gerade dafür bekannt, einen niedrigen Spritpreis zu fordern. Sie sind weiterhin Anhänger der Ökosteuer. Deshalb rügt Herlitzius an den Spekulationsgewinnen vor allem, „dass sie nicht dem Allgemeinwohl zugute kommen”. Das würde sie von der Mineral- und Ökosteuer unterscheiden.

Für Herlitzius nehmen die Spekulationen an den Rohölmärkten allerdings nur eine absehbare Entwicklung vorweg. Laut Studie wird der Rohölpreis sich demnächst auf rund 150 US-Dollar pro Barrel erhöhen. Deshalb fordert Herlitzius eine Energie-Strategie, die weg vom Öl führt: „Wir müssen den Umbau der Energieversorgung und der Mobilität noch wesentlich schneller und ernsthafter vorantreiben als bisher.”