Hohe Heizkosten für Haushalte in der Region um Aachen und NRW

Bundesweit an dritter Stelle : Hohe Heizkosten für Haushalte in der Region um Aachen

Seit einigen Jahren steigt der Energieverbrauch für warme Wohnung. In Nordrhein-Westfalen wird dabei besonders kräftig geheizt. Die Region um Aachen hat bundesweit die dritthöchsten jährlichen Heizausgaben.

Die Haushalte in Nordrhein-Westfalen geben überdurchschnittlich viel Geld für das Heizen ihrer Wohnungen aus. Im vergangenen Jahr waren es einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge im Schnitt 7,68 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche - acht Cent mehr als 2017. Das ist fast ein Euro mehr als der bundesdeutsche Durchschnitt von 6,76 Euro je Quadratmeter und Jahr. Nur im Saarland waren die Heizkosten mit 9,18 Euro pro Quadratmeter noch höher als in NRW.

Auch innerhalb Nordrhein-Westfalens gibt es laut „Wärmemonitor“ deutliche Unterschiede beim Heizen. Am sparsamsten sind demnach die Haushalte in der Emscher-Lippe-Region mit einem jährlichen Verbrauch von umgerechnet gut 133 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Die meiste Heizenergie verbrauchen die Bonner mit fast 150 Kilowattstunden je Quadratmeter. Sie hatten mit 8,18 Euro auch die höchsten Heizkosten je Quadratmeter in NRW.

In Aachen verbrauchten die Bewohner 142 Kilowattstunden pro Quadratmeter, eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr mit 138 Kilowattstunden. Auch die Heizkosten waren im NRW-Vergleich hoch: Mit 8,10 Euro je Quadratmeter lagen die Aachener deutlich über dem NRW-Schnitt von 7,68 Euro und dem deutschen Median von 6,76 Euro. Bundesweit gesehen landet Aachen damit auf Platz drei der teuersten Regionen hinter dem Saarland und Bonn.

Die steigenden Heizkosten sind laut DIW eine Folge des zunehmenden Energieverbrauchs, der 2018 bundesweit um zwei Prozent gestiegen sei. Da die Energiekosten zugleich stagnierten, hätten die Heizkosten je Quadratmeter wegen des höheren Verbrauchs erstmals seit 2013 zugenommen. In den Jahren zuvor profitierten die Haushalte trotz steigenden Verbrauchs von sinkenden Preisen für Heizöl und Gas.

Der Energieverbrauch fürs Heizen steigt laut DIW seit einigen Jahren wieder an. Das sei „ein alarmierendes Signal - vor allem für den Klimaschutz“, schreibt Studienautorin Puja Singhal. Der Verbrauch pro Quadratmeter sei bundesweit seit 2015 um sechs Prozent gestiegen und liege wieder auf dem Niveau des Jahres 2010. Laut DIW wird fast ein Fünftel des Endenergieverbrauchs in Deutschland zum Heizen privater Wohnungen verbraucht.

Das DIW hat für den „Wärmemonitor 2018“ Heizkostenabrechnungen des Essener Energiedienstleisters Ista für bundesweit 300.000 Haushalte ausgewertet.

(jas/dpa)
Mehr von Aachener Zeitung