Region: Hochwasserbilanz: Immense Schäden und neuer Regen

Region: Hochwasserbilanz: Immense Schäden und neuer Regen

Der tagelange heftige Dauerregen hat in der Region für immense Schäden gesorgt. Die Einsatzkräfte der Region arbeiteten teilweise bis zum Rand der Erschöpfung. Im Mittelpunkt stand die Lage am Vichtbach in Stolberg - gut 500 Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren im Einsatz.

Alleine in Stolberg wurden rund 10.000 Sandsäcke gegen die Wassermassen eingesetzt, viele Keller mussten ausgepumpt werden. Der Vichtbach blieb nur sehr knapp in seinem Flussbett. Die Einsatzkräfte verlegten vorsorglich zwei Patienten aus einem Heim für betreutes Wohnen, in dessen Keller Wasser floss, in ein Krankenhaus.

Am Donnerstagmorgen waren noch rund 50 Kräfte für Aufräumarbeiten im Einsatz, wie ein Sprecher der Stolberger Feuerwehr bestätigte. Weiterhin gesperrt war die Eisenbahnstraße in Stolberg-Atsch im Bereich des Atscher Dreickes und die Otto-Thiel-Brücke der Eisenbahnstraße. Zudem war die Landesstraße 238 zwischen Nachtigällchen und der Münsterau für den Verkehr gesperrt.

In Eschweiler wurden ebenfalls Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser ergriffen. Zwei Brücken in der Innenstadt, die Brücken Neustraße und Grabenstraße, waren bis in die Nacht gesperrt. Die Feuerwehr meldete am Morgen nur noch zwei hochwasserbedingte Einsätze, auch hier ging es um Aufräumarbeiten nach der ereignisreichen Nacht.

Auch die Feuerwehr Würselen hatte viel zu tun. An mehreren Stellen in der Stadt mussten Keller ausgepumpt werden. Die Reiteranlage am Teuterhof wurde mit Sandsäcken gegen das Wasser gesichert. Die mehr als 50 Einsatzkräfte der Löschzüge Broichweiden, Bardenberg und Würselen-Mitte sowie der hauptamtlichen Wache arbeiteten bis Mitternacht bis zur Grenze der Erschöpfung an elf Einsatzstellen.

Geilenkirchen meldete einen Rekordpegel der Wurm. Viele Orte im Stadtgebiet waren seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder von Überschwemmungen betroffen.

Auch in Roetgen liefen zahlreiche Keller voll, die Feuerwehr wurde in höchster Alarmbereitschaft versetzt. Die Wehrleute aus Monschau unterstützten ihre Kollegen in Stolberg bei der Bekämpfung des Vichtbachhochwassers. Sorgen bereitete den Experten im städteregionalen Lagezentrum in Simmerath auch die Pegelstände der Flüsse und der Dreilägerbach-Talsperre.

In der Nacht entspannte sich jedoch die Lage allgemein etwas. Die Feuerwehr meldete, dass die Wasserpegel in der Region seit dem Morgen wieder fallen.

Die Rettungsleitstelle des Kreises Düren meldete bis Donnerstagvormittag 58 Einsätze im Kreisgebiet. Betroffen waren vor allem der Dürener Stadtteil Echtz sowie die Gemeinden Niederzier und Merzenich, wo viele Keller vollliefen.

Einen Millionenschaden verhinderten Feuerwehr und THW bei einem Logistikunternehmen in Düren, wo zwei Sickergräben drohten überzulaufen. Ungewöhnlich verlief ein Wasserschaden-Einsatz in derselben Stadt: Das durch die Zimmerdecke eines Wohnhauses tropfende Wasser stammte aus einer Badewanne. Sie war übergelaufen, weil durch das Dach des Hauses Wasser eindrang.

Ansonsten lag der Fokus der Einsatzkräfte im Kreis auf der Beseitigung von Treibholz aus der Rur; der Wasserpegel sank auch dort. Der Rurradweg war auf mehreren Teilstücken gesperrt. In Jülich war eine Kleingartenanlage an der Rur von Überschwemmungen betroffen.

Auch an der Wurm war der Pegel wieder fallend. Die lange gesperrte Ausfahrt der Bundesstraße 56n an der Ortschaft Höngen im Selfkant konnte am frühen Morgen wieder freigegeben werden.

Der Bahnverkehr lief am Donnerstag ebenfalls in großen Teilen wieder nach Plan. Die Probleme durch das Hochwasser konnten noch in der Nacht behoben werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte. Nur die Euregiobahn verkehrte zeitweise nicht zwischen Stolberg Hauptbahnhof und dem Haltepunkt Stolberg-Altstadt. Im Bereich des Schnorrenfeldes müsse geprüft werden, wie stark das Gleisbett unterspült sei, hieß es von der Bahn. Aseag, West Verkehr und die DKB melden keine Ausfälle im Busverkehr.

Über die Höhe der Sachschäden in der Region waren zunächst noch keine genauen Zahlen vorhanden. Es wird jedoch mit enormen Schäden gerechnet.

(cheb/heck)
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