Hitzerekorde in NRW in den nächsten Tagen möglich

Über 40 Grad : NRW-Hitzerekord könnte in den nächsten Tagen fallen

In Nordrhein-Westfalen könnte es nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in dieser Woche einen neuen Hitzerekord geben. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Wetteraufzeichnung für NRW von 40,1 Grad könnte fallen, zuvor schon das bisherige Juli-Hoch von 39,3 Grad.

Besondere „Hotspots“, so DWD-Sprecher Andreas Friedrich am Dienstag, könnten - vor allem am Donnerstag - das Ruhrgebiet und der Raum Köln werden. „Diese Extremhitze ist für die Menschen gefährlicher als jedes Sturmtief“, warnte der Experte. So solle man darauf achten, Wohnungen und Häuser tagsüber abzuschotten.

In Duisburg beispielsweise sollen am Mittwoch 40, am Donnerstag 41 und am Freitag noch einmal 40 Grad möglich sein. Mit solchen Werten würde „diese Hitzewelle in die Geschichtsbücher“ der deutschen Wetteraufzeichnungen eingehen, sagte Friedrich der Deutschen Presse-Agentur. Am 12. August 2003 wurden in Nörvenich und Weilerswist-Lommersum jeweils 40,1 Grad gemessen. Sogar der historische Deutschland-Hitzerekord von 40,3 Grad in Kitzingen könnte also wackeln. Der Juli-Spitzenwert in NRW wurde bislang am 4. Juli 1957 mit 39,3 Grad in Köln gemessen.

Auch nachts wird es in den kommenden Tagen richtig warm: Fünf mögliche sogenannte Tropennächte am Stück, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen, wären „ein unvorstellbarer Rekord für NRW“, sagte Friedrich. Mittwochnacht werden die Temperaturen voraussichtlich nicht unter 22 Grad fallen. Donnerstag und Freitag sind sogar 24 Grad als Nachttiefstwert vorhergesagt. Der DWD rechne damit, dass NRW im Bundesländervergleich weit vorne liegen werde.

Die Hitzewelle der kommenden Tage ist für manche Regionen Deutschlands bereits die vierte in diesem Sommer. Das seien ungewöhnlich viele, hieß es beim DWD.

Wegen der Wetterlage warnt der Ruhrverband davor, von Brücken oder von Wänden in Steinbrüchen zu springen. Gerade an Talsperren wie der Möhnetalsperre lauerten Gefahren. Man beobachte auch in diesem Sommer vor allem Jugendliche, die ins Wasser springen, teilte der Verband mit und berichtete von einem „leichtsinnigen und lebensgefährlichen Trend“. Die Sprünge seien nicht nur für die Springer selbst, sondern auch für andere eine große Gefahr.

Außer den hohen Temperaturen macht NRW außerdem Trockenheit zu schaffen. Für die nächsten Tage erwartet der DWD zudem hohe Verdunstungsraten - und zunehmend Probleme für die Landwirtschaft.

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