Aachen/Münster: Hitze vernichtet 700.000 Bäume in NRW

Aachen/Münster: Hitze vernichtet 700.000 Bäume in NRW

Der Trockenheit des Sommers 2018 werden allein in Nordrhein-Westfalen etwa 700.000 Bäume zum Opfer fallen. Diese Zahl veröffentlichte am Freitag des Landesbetrieb Wald und Holz auf Anfrage unserer Zeitung. Die bisherige Trockenperiode hätten bereits 200.000 Bäume nicht überlebt, sagte Landesbetriebssprecher Michael Blaschke.

„Weitere 500.000 geschwächte Bäume werden absterben, weil die Borkenkäfer die gestressten und geschwächten Bäume leicht befallen können.“ Durch die extreme Hitze und Trockenheit der vergangenen Woche „stehen alle Waldbäume unter hohem Stress“, sagte Blaschke weiter.

Dazu kommt, dass die Zahl der Waldbrände, die allein in den vergangenen acht Wochen registriert wurden, mehr als sechs Mal so hoch ist wie normalerweise in einem ganzen Jahr. 130 Brände musste die Feuerwehr seit Anfang Juni in Nordrhein-Westfalen löschen, normal seien etwa 20 Waldbrände pro Jahr, sagte Blaschke. In Nordrhein-Westfalen habe es nur im Nationalpark Eifel und im Forstamtsbezirk Hocheifel bislang nicht gebrannt, hieß es am Freitag. Allein das Forstamt Rureifel registrierte zwölf Brände, unter anderem habe es seit Juni zwei Mal in Heimbach und ein Mal in Niederzier gebrannt, wie die Dürener Polizei mitteilte.

Auch wenn es in Heimbach und Niederzier keine Anzeichen für Brandstiftung gibt, geht der Landesbetrieb Wald und Holz davon aus, dass 95 Prozent der Waldbrände keine natürliche Ursache haben. Oft seien weggeworfene Zigarettenkippen oder Grillkohle Ursachen für Brände, die Täter werden nur selten ermittelt.

Allerdings seien die meisten Waldbrände sehr klein und nicht mit denen zu vergleichen gewesen, die zum Beispiel in Kalifornien regelmäßig wüten, sagte Landesbetriebssprecher Blaschke. Der bislang größte Brand in NRW war in Straelen am Niederrhein registriert worden. Dort hatten am vergangenen Wochenende fast 120 Feuerwehrleute das Feuer auf einer Waldfläche von mindestens 300 mal 200 Metern bekämpft. Die meisten Brände würden sich auf Flächen bis zu 1000 Quadratmeter beschränken, nur selten würden ganze Bäume inklusive Baumkronen verbrennen, sagte Blaschke.

Zwar klingt die Zahl von 700.000 Bäumen, die dem Sommer 2018 zum Opfer fallen werden, fast schon dramatisch. Angesichts von geschätzten 975 Millionen Bäumen, die in den Wäldern Nordrhein-Westfalens stehen, ist diese Menge aber verschmerzbar. Als Schutz vor zu viel Wasserverlust werfen die meisten Bäume Blätter und Früchte ab.

„Sie sterben dadurch in der Regel nicht und treiben im nächsten Jahr wieder aus“, sagte Blaschke. Das Jahr 2018 werde man in künftigen Jahrzehnten im Holz „als sehr dünnen Jahresring erkennen“.

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