Historiker ermitteln Opferzahl für NS-Pogromnacht

Gräueltat : Historiker haben Opferzahl für NS-Pogromnacht ermittelt

80 Jahre nach dem Novemberpogrom der Nazis haben Historiker die Zahl der Todesopfer für das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen ermittelt. Die Ergebnisse des landesweiten Forschungsprojekts sollen an diesem Montag (14.00) in Düsseldorf vorgestellt werden.

Für das gesamte Gebiet des Deutschen Reichs hatte das NS-Regime damals intern 91 Morde festgehalten. Inzwischen wird die Zahl der Toten auf 1000 bis 1500 geschätzt.

Das Forschungsprojekt war in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung entstanden. Im Juni hatten die Historiker eine Zwischenbilanz vorgestellt: 120 bis 130 Todesfälle waren damals bereits allein für das Rheinland, Westfalen und Lippe verbürgt. Die Forscher hatten 430 Stadtarchivare in NRW angeschrieben.

Am kommenden Freitag (9. November) jährt sich das Novemberpogrom von 1938 zum 80. Mal. Damals wurden Synagogen zerstört, Tausende von Wohnungen, Läden und Arztpraxen verwüstet. Die Nacht markiert den Übergang von der Diskriminierung der Juden zu ihrer systematischen Verfolgung.

Das NS-Regime hatte den Terror gegen die jüdische Bevölkerung systematisch geplant, von SS und SA ausführen lassen und später behauptet, es habe sich um einen spontanen Akt des „Volkszorns“ gehandelt. Die Mordnacht war lange Zeit verharmlosend als „Kristallnacht“ bezeichnet worden.

(dpa)