Förderprogramm in NRW: Hilfe für junge Flüchtlinge bei Ausbildung und Jobsuche

Förderprogramm in NRW : Hilfe für junge Flüchtlinge bei Ausbildung und Jobsuche

Der Weg in den Arbeitsmarkt ist für junge Flüchtlinge oft nicht leicht: Sprachbarrieren oder fehlende Abschlüsse sind die Hürden. Ein Förderprogramm in NRW soll Abhilfe schaffen.

Junge Flüchtlinge mit Bleibeperspektive sollen in Nordrhein-Westfalen bessere Chancen auf einen Schul- oder Berufsabschluss und einen Job bekommen. Die Landesregierung stellt für die Nachqualifizierung von Flüchtlingen bis zum Ende der Legislaturperiode 50 Millionen Euro bereit. Von der Förderung könnten bis zu 13 700 Menschen profitieren, teilten Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung mit.

Die rund 23 000 geduldeten und gestatteten Flüchtlinge zwischen 18 und 25 Jahren in NRW könnten die bisherigen Programme nicht in Anspruch nehmen, so Laumann. Auch Stamp sagte: „Wir haben vor Ort immer wieder Lücken, wo es notwendig ist, junge Menschen exakt zu fördern.“ Von der Initiative profitierten zudem Unternehmen, die unbürokratischere Möglichkeiten zur Deckung des Fachkräftebedarfs erhalten.

Unterstützt werden können etwa Coachings, berufsbegleitende Qualifizierung oder Sprachförderung sowie der nachträgliche Erwerb eines anerkannten Schulabschlusses. Ferner soll den Flüchtlingen mit dem Geld der Zugang zu Kursen eröffnet werden, die neben Beruf und Sprache auch Werteorientierung vermitteln. Außerdem stehen fünf Millionen Euro für innovative Projektideen zur Integration in Ausbildung und Arbeit bereit.

Das Programm richtet sich nur an Flüchtlinge, die bereits einer NRW-Kommune zugewiesen wurden, nicht an Menschen in den Erstaufnahmezentren des Landes. Auch Deutsche können die Förderung unter bestimmten Umständen in Anspruch nehmen, sagte Laumann.

Ein Schwerpunkt sei bei allen Angeboten die Frauenförderung, sagte Stamp. Eine Quote soll es aber nicht geben. Den Trägern solle jedoch erklärt werden, dass Mädchen und Frauen bei der Zuweisung der Angebote nicht vergessen werden dürften, sagte Laumann. Jungen Frauen solle geholfen werden, über den Zugang zum Arbeitsmarkt unabhängiger zu werden.

(dpa)
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