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Tipps zur Abkühlung: Hier ist es in der Region besonders kühl

Tipps zur Abkühlung : Hier ist es in der Region besonders kühl

Ob ein unterirdischer Fluss in Belgien, kühle Parkanlagen in Eschweiler oder auch das Innere einer Talsperre in Schwammenauel: In unserer Region gibt es viele Orte, um den hohen Temperaturen jenseits der 30 Grad zu entfliehen.

Für alle, die Abkühlung nicht im Wasser suchen, haben wir ein paar Orte zusammengeschrieben, an denen sich die heißen Tage vielleicht besser aushalten lassen:

Stadtwald Eschweiler

Besonders angenehm bei diesen hohen Temperaturen sind Stadtwälder und Parks. Bis zu drei Grad kälter kann es zwischen Bäumen und Bächen werden – im Vergleich zu baum- und wasserlosen Bereichen. Im Süden Eschweilers, an den Ausläufern der Eifel, gibt es in den Waldgebieten Stadtwald, Bovenberger Wald, Halde Nierchen, Wardenslinde, Hoher Stein und teils im Propsteier Wald zahlreiche Erholungsorte mit Wanderwegen und Bänken. Die Stadt bietet auch Waldführungen an. Die Parks in Aachen haben sich die Kolleginnen Alina Hasky und Anne Heuser angeschaut und getestet.

Staumauer in Schwammenauel

Für die Talsperrenwärter am Rursee sind auch Temperaturen von über 30 Grad kein Problem. Zumindest nicht, wenn sie gerade den Kontrollgang durch den 303,79 Meter dicken Staudamm absolvieren – mehr als 400 Treppenstufen runter in die Sohle der zweitgrößten Talsperre Deutschlands. In den 70 Metern unterhalb der Straße sind es im Sommer wie im Winter kühle zehn Grad. Immer wieder veranstaltet der Wasserverband Eifel Rur (WVER) Führungen durch das Innenleben des Staudamms. Zum Beispiel im Rahmen einer Leser-Tour unserer Zeitung oder auch anlässlich der „Sternenwoche“ der Rureifel Touristik.

 Talsperrenwärer Bernhard Hüpgen vom WVER führt die Besucher ins Innere der Rurtalsperre.
Talsperrenwärer Bernhard Hüpgen vom WVER führt die Besucher ins Innere der Rurtalsperre. Foto: Stefan Lieser

Museen und Kirchen

Heruntergekühlte Museen und von Natur aus kühle Kirchen sind natürlich unter den ersten Anlaufstellen, wenn es um angenehme Nachmittage geht. In unserem Veranstaltungskalender gibt es vielleicht die passende Museumsausstellung für Sie.

Grotten und Gruben

Neben Museen und Kirchen bieten auch Grotten und Gruben einen guten Zufluchtsort bei hohen Temperaturen. Und davon gibt es in unserer Region ein paar – vor allem bei den niederländischen und belgischen Nachbarn. In Valkenburg kann man die Fluweelengrotte und den Gemeentegrot besuchen. Erstere ist ein Gängelabyrinth, dessen Entstehung bis ins 11. oder 12. Jahrhundert zurückgehen soll, und beeindruckende Wandmalereien, Inschriften und eingeschlagene Skulpturen vorweisen kann. Heutzutage können Besucher die geheimen und verschachtelten Gänge mit einem deutsch-, englisch- oder niederländischsprachigen Führer erkunden. Der Vorteil: In der Samtgrotte herrscht eine ständige Temperatur von zwölf Grad.

Der Gemeentegrot ist ein Kalksteinbruch, in dem noch bis in die 1950er Jahre Mergel – ein Sedimentgestein – abgebaut wurde. Der Mergel entstand in der Zeit, als Süd-Limburg noch ein Meer war. Bereits die Römer bauten das Gestein ab. Bei Besichtigungen wird nur ein kleiner Teil des Steinbruchs gezeigt, denn es würde ein paar Tage dauern, alle Korridore zu durchlaufen. Die Gesamtlänge beträgt rund 70 Kilometern. Auch hier beträgt die Temperatur zwölf Grad.

 Ein Blick in die Höhlen von Remouchamps. Hier sind es auch im Sommer angenehme zwölf Grad.
Ein Blick in die Höhlen von Remouchamps. Hier sind es auch im Sommer angenehme zwölf Grad. Foto: R. Minderjahn

Die Grotte de Remouchamps in Aywaille, rund 50 Minuten von Aachen entfernt, ist seit dem Jahr 1828 Touristen zugänglich und beherbergt nicht nur eine Kathedrale, sondern auch einen unterirdischen Fluss. Mit 700 Metern fährt man dort auf der längsten unterirdischen Bootsfahrt der Welt.

In Hellenthal, unweit von Monschau entfernt, können Besucher der Grube Wohlfahrt den Stollen eines über 2000 Jahre alten Bergbaus erkunden. In der alten Bergbauregion Eifel wurde schon früh nach Erzen geschürft.

Abteien Rolduc und Val Dieu

Auch die Abteien Rolduc in Kerkrade und Val Dieu im Herver Land im Dreieck Lüttich-Maastricht-Aachen laden bei sonnigen Temperaturen zur Erholung ein. Letztere wurde im Jahr 1216 von Zisterziensermönchen gegründet.

Skihalle Landgraaf

Es mag skurril klingen, aber auch bei über 30 Grad tummeln sich regelmäßig Besucher in den Skihallen der Region. So auch in der größten Skihalle Europas, der „Snowworld“ im niederländischen Landgraaf. Hier gibt es zwei Pisten mit jeweils 550 Metern Länge. Im Inneren der Anlage zeigt ein Thermometer minus drei Grad an. Zeitweise hat man dort einen „Temperaturunterschied von außen zu innen von über 40 Grad“, sagt Thiemo Limpens, Manager der Skihalle. Im Vergleich zum Winter braucht es dafür im Sommer einen 20 Prozent höheren Energieaufwand als in Wintermonaten. Kritik am Energieverbrauch sehen die Betreiber gelassen, die Abwärme des Kühlvorgangs werde beispielsweise für die Beheizung des angrenzenden Hotels genutzt.

 Ab in die Skihalle – im Sommer?
Ab in die Skihalle – im Sommer? Foto: MHA/Ines Kubat

Bon Gelati

Zugegeben, als Normalsterblicher wird es schwer, das Gelände der Schwarz Produktion in Übach-Palenberg von Innen zu sehen. Aber vielleicht versprüht ja das Lesen über eines der größten Tiefkühl-Hochlager Europas kühle Gedanken. Auf über 317.000 Quadratmeter stellen über 1800 Mitarbeiter Produkte für Lidl und Kaufland her. Bis zu 160.000 Europaletten können hier eingelagert werden – bei angenehmen minus 22 Grad Celsius. Seit 2017 sitzt auch die Eisproduktionsfirma Bon Gelati auf dem Gelände – 770 Millionen Stücke Eis werden hier produziert. Als Alternative gibt es dann immer noch die klimatisierten Supermärkte.

 In Übach-Palenberg wird Eis für die Supermärkte Lidl und Kaufland produziert.
In Übach-Palenberg wird Eis für die Supermärkte Lidl und Kaufland produziert. Foto: Schwarz Produktion/TOM KULITZE

Hochbunker Aachen

Der Hochbunker in der Scheibenstraße in Aachen ist im Sommer nicht nur angenehm kühl, sondern hat auch eine bewegte Geschichte. Und die erweckt der Verein „Os Oche“ um Initiator Dirk Dannenberg mit Führungen durch den Bunker wieder zum Leben. In den fensterlosen Tiefen des Gebäudes vom Krieg wurden 17.800 Tonnen Stahlbeton verbaut. Von den 4000 Quadratmetern Grund waren aber wegen der dicken Mauern und Decken nur 2600 Quadratmeter nutzbar.

Tief hinein in Aachens dunkelstes Kapitel

Eisdielen

Die perfekte Abkühlung an warmen Tagen bieten Eisdielen – am besten mit allerlei Auswahl. Wo es zumindest das beste Eis in Aachen gibt, haben wir hier getestet:

Freibäder

Wer sich lieber im kühlen Nass vergnügen möchte, für den haben wir diese Übersichtskarte der Freibäder und Seen in der Region:

(nick)