1. Region

Autobahn am Tagebau: Herbststürme kommen, Windschutz auf der A44n noch nicht

Autobahn am Tagebau : Herbststürme kommen, Windschutz auf der A44n noch nicht

Auf der A44n am Tagebau Garzweiler stürmt es mehr als andernorts. Im vorigen Jahr wurden erste Lösungsideen zugunsten eines neuen Gutachtens verworfen. Liegt das schon vor?

Die Autobahn GmbH hat noch nicht entschieden, wie die problematische Windsituation an der A44n mitten durch den Tagebau Garzweiler abgemildert werden soll. Ein entsprechendes Windgutachten ist nach Angaben eines Sprechers Mitte April vergeben worden. Mit einem Ergebnis wird Ende des Jahres gerechnet.

Die gerade vier Jahre alte Autobahn musste bereits mehrfach gesperrt werden, weil selbst bei Windgeschwindigkeiten bis 89 Stundenkilometern, die in den umgebenden Orten gemessen wurden und dort maximal als einfacher Sturm gelten, auf der Autobahn oberhalb des Tagebaus Lkw umgestürzt waren.

Im vorigen Jahr hatte die bundeseigene Autobahngesellschaft dann als zügig umsetzbare mögliche Lösung einen technischen Aufbau mit Windmessern und automatisch daran gekoppelten Warnhinweisen und Tempolimits ins Gespräch gebracht, bis der Bauwerksaerodynamiker Hans Ruscheweyh aus Würselen die Autobahnbauer auf eine von ihm mitentwickelte DIN-Norm aufmerksam machte.

Eine Formel in dieser DIN-Norm ermöglicht für Bauwerke oberhalb von Böschungen die Berechnung der Windstärke, die je nach Neigungsgrad des Geländes immer stärker wird. Die extrem steile Tagebaukante dient demnach als Windbooster, der die Windlast, die auf Lkw und Autos einwirkt, verdoppelt. Das in Auftrag gegebene Gutachten soll diese Kausalität klären. Denn ist der Tagebau verantwortlich, müsste möglicherweise RWE als Tagebaubetreiber die Kosten für Windschutzmaßnahmen tragen.

(cs)