Antwerpen: Hendricks sieht kaum Chancen gegen Tihange

Antwerpen: Hendricks sieht kaum Chancen gegen Tihange

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht keine Möglichkeit für die Bundesregierung, die Sicherheitsmaßnahmen beim pannenanfälligen belgischen Atomkraftwerk Tihange zu beeinflussen.

„Wir teilen die Sorgen der Bevölkerung im grenznahen Gebiet. Allerdings sind die Kompetenzen in Europa bei der Frage der Energieversorgung klar geregelt. Das sind Fragen, die in nationaler Souveränität entschieden werden“, sagte Hendricks in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Man werde aber „den Sicherheitszustand der belgischen AKW auch in Zukunft immer wieder ansprechen.“

Seit Montag ist nun auch der zweite Rissreaktor am Netz: Doel 3 bei Antwerpen wurde am Morgen angefahren. Um 8.30 Uhr lief der Meiler bereits mit einer Kapazität von 30 Prozent wie Anne-Sophie Hugé, Sprecherin des Betreibers Electrabel mitteilte.

Man gehe davon aus, dass Reaktor Doel 3, der nur 150 Kilometer von Aachen entfernt liegt, spätestens Mittwochmorgen zu 100 Prozent laufe - trotz tausender Risse im Druckbehälter. Electrabel will in diesen Tagen auch Doel 1 und 2 anfahren.

Die belgische Regierung hatte kürzlich eine Laufzeitverlängerung um zehn Jahre für die bereits 40 Jahre alten Atomkraftwerke beschlossen. Eigentlich sollen AKW in Belgien nach 40 Jahren Laufzeit vom Netz müssen. Aus Angst vor einem Blackout wurde die Laufzeit für die beiden Meiler allerdings verlängert.

Electrabel zeigte sich sehr zufrieden, dass Ende des Jahres vermutlich alle sieben belgischen AKW laufen werden.

(mgu/red)
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