Bonn: Hells Angels vor Gericht

Bonn: Hells Angels vor Gericht

Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen hat am Mittwoch vor dem Bonner Landgericht ein Prozess gegen zwei Mitglieder der Motorradgang Hells Angels begonnen.

Die beiden Angeklagten sollen eine 24-Jährige über Wochen wie eine Gefangene gehalten, zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 40 und 36 Jahre alten Männern aus Troisdorf und Euskirchen unter anderem Menschenhandel, Freiheitsberaubung, Zuhälterei, Raub, schwere Misshandlungen sowie Nötigung zu sexuellen Handlungen vor.

Laut Anklage handelte es sich um einen Racheplan der Angeklagten, weil die 24-Jährige, die mit dem Älteren ein längeres Verhältnis gehabt haben soll, einen neuen Freund hatte: Unter Todesdrohung und zahlreichen Schlägen soll sie im März dieses Jahres zur Prostitution gezwungen und in verschiedene Bordelle verschleppt worden sein.

Als sich das Opfer schließlich verweigerte, wurde es über Stunden gefoltert. Außerdem wurde die Frau zu sexuellen Handlungen mit einem Hund gezwungen.

Der Vorgang wurde von einer Freundin des Troisdorfer Hells Angel gefilmt, die die Misshandlungen an dem Opfer lachend kommentiert haben soll. Die 31-Jährige sitzt wegen des Vorwurfs der Beihilfe ebenfalls auf der Anklagebank. Zu den Vorwürfen schwiegen die drei Angeklagten am ersten Prozesstag.

Mehr von Aachener Zeitung