Aachen/Hellenthal: Hellenthal: Heimleiter wehrt sich gegen Schließung

Aachen/Hellenthal: Hellenthal: Heimleiter wehrt sich gegen Schließung

Der Träger der vergangene Woche in Hellenthal geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung, Tobias Corsten, lässt die Vorwürfe der Aufsichtsbehörde nicht auf sich sitzen. Am Montag holte der Pädagoge und Unternehmer eidesstattliche Versicherungen aller 40 Angestellten ein, denenzufolge sie nie Gewalt gegen Bewohner des Hellenthaler Heimes ausgeübt haben.

Wobei „Gewalt”, dessen ist sich Corsten bewusst, „ein dehnbarer Begriff” sei, den er und die Aufsichtsbehörde möglicherweise unterschiedlich auslegen. Der Aufsichtsbehörde, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), warf er am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung „fehlenden Praxisbezug” vor.

„Ein Pädagoge, der auch nur die Frage danach stellt, wann Gewalt gegen Kinder gerechtfertigt sein könnte, ist für die Führung eines Heimes ungeeignet”, hielt dem LVR-Sprecher Till Döring entgegen. Der LVR hatte die Jugendhilfeeinrichtung vergangene Woche Dienstag geschlossen, nachdem er durch das Befragen von 18 Jugendlichen die Vorwürfe der ehemaligen Praktikantin bestätigt sah: das systematische Anwenden von physischer und psychischer Gewalt.

Angeblich sollen Jugendliche bei Verstößen gegen die Heimordnung tagelang von der Gruppe isoliert worden sein. Am Mittwoch ist eine Demonstration entrüsteter Eltern und Verwandten von ehemaligen Heimbewohnern vor dem Hauptgebäude des LVR in Köln geplant.

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