Köln: Helene Fischer füllt die Kölner Arena: Superwomans großartige Show

Köln : Helene Fischer füllt die Kölner Arena: Superwomans großartige Show

Ach, Helene. Ja, es gibt sie immer noch. Die Miesmacher, die Unwissenden. Diejenigen, die Dich in die Schlagertussi-Box packen und das Etikett „seicht“ draufkleben. Sie hätten Dich am Dienstagabend in Köln erleben sollen. Nach gut drei Stunden (mit Pause) hätten auch sie es — endlich — erkannt: Du hältst das, was Deine Songtexte versprechen. Du bist ein „Phänomen“.

Du bietest „Das volle Programm“. Mit „Hundert Prozent“ sorgst du für „Herzbeben“. Es wäre ihnen nicht anders ergangen als den 18.000 Fans in der er Lanxess-Arena. Die am Ende „Atemlos“ sind — vor Staunen, vor Bewunderung, vom vielen Jubeln.

Gelernt von den Besten beim „Cirque du Soleil“: Helene Fischer bot auch beim ersten ihrer insgesamt fünf Auftritte in der Kölner Lanxess-Arena eine Show mit viel Akrobatik. Foto: Thomas Brill

Hinauf bis unter die Hallendecke

Helene Fischer als Künstlerin ernstzunehmen, wäre längst fällig. Die 33-Jährige hat als Sängerin in den vergangenen Jahren sämtliche Rekorde im deutschsprachigen Musikgeschäft gebrochen. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Man kann ihre Lieder nicht mögen, man kann es doof finden, dass sie mit Florian Silbereisen zusammen ist oder ihren ersten TV-Auftritt beim „Hochzeitsfest der Volksmusik“ hatte — aber die ausgebildete Musicaldarstellerin hat Maßstäbe gesetzt.

Nicht nur, weil sie besser singen und tanzen kann, mutiger ist und besser aussieht als viele andere in der Branche. Sondern auch, weil ihre Bühnenshows wie eine Kinovorführung im XXL-Format wirken. Sie können ohne Weiteres auch im internationalen Vergleich standhalten.

Für ihren neuen Blockbuster, der allein in Köln bis Sonntag vor insgesamt knapp 80.000 Zuschauern fünf Mal gezeigt wird, bringt die zierliche Blondine 35 Trucks und acht Nightliner in Bewegung. Mit ihr unterwegs sind 150 Menschen, darunter 29 Musiker, Backgroundsänger, Tänzer und Akrobaten. Wochenlang hat sie mit einer Abteilung des kanadischen „Cirque du Soleil“ dafür geprobt. Das, was sie ihren „ganz, ganz großen Spielplatz“ nennt, erfordert nicht nur tadellose körperliche Fitness, sondern auch viel Mut. Beim ersten Stück „Nur mit dir“ an einem Seil von der Decke herunter zu schweben, ist da noch harmlos.

Später erlebt man Fischer am Trapez und — nur von einer Schlaufe an einem Arm — gehalten, sich kopfüber um die eigene Achse drehend. Wie Superwoman fliegt sie durch die Lüfte, stürzt sich aus dreieinhalb Metern Höhe hinab, fährt auf einem Rondell bis hoch unter die Hallendecke und mit einem Laufsteg auf einem Kran rings um die Ränge — so kommt jeder in den Genuss, sie aus der Nähe zu sehen.

„Das macht eine Menge Spaß — aber es fordert mich auch total. Da bleibt nix trocken!“ kommentiert sie den infernalischen Applaus. Auch beim Publikum bleibt nix trocken — man folgt diesen Darbietungen mit schweißnassen Händen.

Bei alledem lässt Fischer durchaus Vorsicht walten. „Liebe Kinder! Niemals nachmachen!“ warnt sie die jüngsten Zuschauer. Denn sie begeistert ohne Ausnahme alle Altersgruppen. Nicht nur die, die sich gerne Schlagersendungen ansehen oder auch mal in den Zirkus gehen.

Die aufwendige Licht- und Videoshow, die raffinierten Bühnenaufbauten, die perfekt einstudierten Tanzeinlagen und die fantastischen Kostüme (von der futuristisch bezackten blauen Korsage über die hautenge schwarze Lederhose zum knallroten Tüll-Ensemble bis hin zum schimmernden Reifrock aus echten Wasserkaskaden) — all das würde auch nach Las Vegas passen. Und wer weiß, vielleicht muss man ja demnächst dort hinfahren, um Helene Fischer zu erleben? Die dort nur eins nicht tun dürfte: „Kölle Alaaf!“ rufen, so wie bei ihrem Auftritt dort.

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