Düsseldorf/Aachen: Harter Winter, chaotische Verkehrsbedingungen

Düsseldorf/Aachen: Harter Winter, chaotische Verkehrsbedingungen

Nach den teilweise chaotischen Wetterverhältnissen vom Wochenende hat sich am Montag die Verkehrslage in Nordrhein-Westfalen wieder weitgehend beruhigt. Laut der Polizei gab es auf den Straßen in NRW zwischen Sonntag- und Montagmittag insgesamt knapp 1160 witterungsbedingte Unfälle. Dabei wurden elf Personen schwer und 70 Personen leicht verletzt.

Es entstanden Sachschäden in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Weil sich die Situation am Montag entspannte, konnte auch das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf Autobahnen bis zum Mittag aufgehoben werden. In der Städteregion Aachen wurden unterdessen 38 Winterunfälle aufgenommen. Drei Autofahrer wurden dabei verletzt.

Zwei Personen wurden leicht verletzt, als gegen 7.50 Uhr Am Hagelkreuz zwischen den Eschweiler Stadtteilen Dürwiß und Lohn ein Auto auf die Gegenfahrbahn rutschte und mit einem Krankenwagen zusammenstieß, der Richtung Eschweiler unterwegs war.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Gefahrenstellen durch umgestürzte Bäume gemeldet, die von den Feuerwehren beseitigt werden mussten. Die Landesstraße 238 wurde zwischen Stolberg-Zweifall und Mulartshütte gesperrt, am Vormittag dann für Lastwagen die Kreisstraße 15 zwischen der Eschweiler Odilienstraße und der Rue de Wattrelos (L 240n). Diese Sperrung wurde aber mittlerweile wieder aufgehoben. Am Würselener Flugplatz Merzbrück gab es nur noch für den Rettungshubschrauber Start- und Landeerlaubnis.

Trotz landesweiten Fahrverbots auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen hatten dort in der Nacht zum Montag mehrere Lastwagen Unfälle verursacht. Wie die Kölner Polizei mitteilte, fuhren auf der Autobahn 61 bei Gymnich und am Kreuz Meckenheim jeweils in Richtung Venlo zwei Lastwagen in die Leitplanke. Ein Fahrer wurde leicht verletzt. Die Fahrbahn musste in Richtung Venlo für mehr als elf Stunden gesperrt werden.

Auch an der Autobahnraststätte Aachener Land Süd bei Eschweiler hatte sich am Morgen ein Lkw quer zur Fahrbahn gestellt. Der defekte Lastwagen, dessen Tank vor der Bergung abmontiert werden musste, blockierte alle drei Spuren und damit auch die Ausfahrt der Raststätte, an der zunächst sogar die Versorgungswege verstopft waren.

Auf gleicher Strecke im Bereich der Anschlussstelle Eschweiler musste ein ebenfalls belgischer Lkw nach einem Unfall geborgen werden. Die Sperrung ab dem Autobahnkreuz Aachen blieb bis 14.00 Uhr bestehen.

Im weiteren Verlauf der Autobahn setzten sich die Blockaden fort: In den Anschlussstellen Eschweiler Ost und Eschweiler-Weisweiler war zeitweise kein Auffahren möglich. Ein angeforderter Streudienst hatte nach Informationen dieser Zeitung „kapituliert”: Die Eisschicht auf der Fahrbahn war zu dick, um vom Salz aufgetaut zu werden. An den Unfallstellen wurde Spezialgerät eingesetzt, um die Fahrbahn freizulegen. Hingegen ist die Tangente am Kreuz Aachen von der A44 auf die A4 in Richtung Köln wegen Glatteis gesperrt.

Bahnverkehr weiterhin behindert

Eine allgemeine Entwarnung gibt es auch für die Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen in der Region noch nicht, denn es lauern vor allem auf Straßen in waldreichen Gebieten Gefahren durch herabfallende Äste oder umgestürzte Bäume. Die Stadt Stolberg hat deshalb am Morgen alle Friedhöfe und Parks gesperrt.

Im Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn kam es weiterhin zum Teil zu erheblichen Verspätungen oder Zugausfällen. Es würden zwar alle Ziele angefahren, dennoch müsse mit Einschränkungen gerechnet werden, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn AG in Düsseldorf mit. Aufgrund von Schnee und Eis müssten Fernverkehrszüge verlangsamt werden, was zu Behinderungen im Verkehrsablauf führte.

Der Flughafen Düsseldorf warnte ebenfalls vor wetterbedingten Einschränkungen. 50 von 500 geplanten Flügen mussten am Montag ausfallen, hauptsächlich aufgrund der Wetterlage an den Zielflughäfen in Teilen Europas. „170 Mitarbeiter und über 20 Spezialmaschinen sind dauerhaft im Einsatz, um den Flugbetrieb auch bei angespannter Wetterlage zu gewährleisten”, sagte ein Flughafensprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Dennoch wird den Fluggästen empfohlen, sich auch weiterhin vor Abflug bei ihrer Airline über die aktuelle Lage zu informieren.

Auch der Flughafen Köln/Bonn war betroffen. Dort fielen insgesamt 14 Flüge aus, zudem gab es mehrere Verspätungen. Allerdings sei gegenüber dem Wochenende ein positiver Trend festzustellen, sagte ein Sprecher des Flughafens.

Die belgischen Flughäfen in Lüttich und Charleroi, die am Sonntagnachmittag wegen starken Schneefalls ebenfalls geschlossen worden waren, gingen am Montag früh auch wieder an den Start.

In Chenée bei Lüttich erfror in der Nacht eine Patientin, die vor einer Klinik eine Zigarette rauchen wollte. Auf dem glatten Boden war die 59-Jährige gestürzt und bewusstlos liegengeblieben, erst Stunden später wurde die Frau tot gefunden.

Wärmere Luft bringt in den nächsten Tagen Glatteis-Gefahr

In den südlichen Regionen Nordrhein-Westfalens verzeichnete der Deutsche Wetterdienst am Wochenende bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, im übrigen Land waren es im Schnitt rund fünf Zentimeter. In den kommenden Tagen setzt sich den Angaben zufolge vorübergehend mildere Luft aus dem Süden durch, was vorerst zu Tauwetter und Schneeregen führt. In der Nacht zum Mittwoch kommt es zu Regenschauern und eisglatten Straßen. Zum Freitag soll es dann wieder kälter werden - die Chancen auf eine Weiße Weihnacht ist in den meisten Bereichen NRW damit sehr hoch.