Blinder Passagier aus Afrika: Happy-End für heimlich eingereiste Kröte „Simba“?

Blinder Passagier aus Afrika : Happy-End für heimlich eingereiste Kröte „Simba“?

Das Tierchen überlebte 9000 Kilometer im eiskalten Frachtraum eines Flugzeugs, einen Gang in der Waschmaschine und einen Katzen-Angriff. Nun könnte eine kleine Kröte im Aquazoo Düsseldorf die große Liebe finden.

Dass „Simba“ noch lebt, ist schon ein kleines Wunder. Schließlich hat die Kröte nicht nur eine gefährliche Reise von der Südhalbkugel des Planeten überstanden, sondern auch noch einen Waschmaschinengang und den Angriff einer Hauskatze. Im Wanderschuh einer Afrika-Urlauberin schaffte es „Simba“ als blinder Passagier von Johannesburg nach Düsseldorf.

Im dortigen Aquazoo kam sie für mehrere Monate in Quarantäne - ausweislich der Datenbank der Zoos als einzige Rote Kröte (Schismaderma carens) in einem deutschen Tierpark. Am Dienstag hatte der Zoo eine große Überraschung für das sieben Zentimeter kleine Tier parat: Aus Chemnitz siedelte eine - namenlose - Artgenossin in den Westen der Republik über, die wohl auf ähnlich kuriose Weise nach Deutschland gekommen war.

„Wir wissen, dass Rote Kröten gerne in Schuhe klettern“, sagt Sandra Honigs, Vize-Chefin des Aquazoos. Inzwischen vermuten die Zoomitarbeiter, dass es sich bei „Simba“ um einen Kröterich handelt und bei seiner deutlich größeren Chemnitzer Artgenossin um eine Kröten-Dame.

„Simba“ hatte nicht nur den Wasch- und Schleudergang in der Waschmaschine überlebt, sondern auch die Angriffe einer Katze, bis deren Frauchen bemerkte, was sich da als blinder Passagier in ihr Reisegepäck gemogelt und die Strapazen eines Interkontinentalflugs im eiskalten Gepäckraum überstanden hatte.

„Simba“ ist die erste Rote Kröte, aber nicht der erste blinde Passagier, der im Aquazoo strandet. Geckos werden dort häufiger abgegeben. Den Chemnitzern war bei der Datenbankrecherche aufgefallen, dass es in NRW neuerdings ein weiteres Exemplar von Schismaderma carens gibt. Die Sachsen schickten ihre Kröte auf den Weg.

Drei Monate Quarantäne haben die beiden Lurche nun hinter sich und dürfen seit Dienstag - wenn auch weit entfernt der Heimat - miteinander anbändeln. Vielleicht zeugen die beiden blinden Passagiere in der Fremde sogar Krötennachwuchs, hofft man im Aquazoo.

„Simba“ verkrümelte sich nach der Ankunft erst einmal so gründlich, dass auch Zoomitarbeiter den weitgereisten Lurch zunächst nicht mehr wiederfanden. Foto: dpa/Johannes Neudecker

Danach sieht es zunächst aber nicht aus, das erste Aufeinandertreffen scheint alles andere als „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen zu sein. Beide Kröten hüpften in entgegensetzte Richtungen davon und versteckten sich so gut, dass die Zoomitarbeiter sie lange suchen mussten.

(dpa)
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