Aachen/Münster: Hambacher Forst: Keine Rodung bis Ende 2017

Aachen/Münster: Hambacher Forst: Keine Rodung bis Ende 2017

Der Hambacher Forst wird dieses Jahr nicht weiter gerodet. Wie der Energiekonzern RWE am Donnerstag mitteilte, sei er „offen“ für die vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster „angeregte erneute Klärung der FFH-Eignung“ des Restwaldes in Merzenich am Tagebau Hambach.

Das bedeutet, dass ein Sachverständiger ein neues Gutachten darüber erstellen soll, ob der Wald der EU-Naturschutz-Richtlinie entspricht und der Erhaltung natürlicher Lebensräume wildlebender Tiere und Pflanzen dient. Genau das nimmt der Bund für Natur und Umweltschutz (BUND) an, der gegen die Genehmigung zur Fortführung des Tagebaus Hambach geklagt hatte. Diese Genehmigung ist die Voraussetzung zur weiteren Rodung des Hambacher Forsts.

Der BUND hatte am Mittwoch erklärt, mit darüber entscheiden zu wollen, welcher Sachverständige das Gutachten erstellen wird. Ob es so kommt, ist offen; denn die Entscheidung darüber, welcher Sachverständige nach welchen Kriterien ausgewählt wird, liegt beim OVG. Das Gericht muss nun in zweiter Instanz über eine Ende November vom Verwaltungsgericht Köln abgewiesene Klage des BUND entscheiden.

Die anstehende Entscheidung beschäftigt sich mit dem dritten Rahmenbetriebsplan des Tagebaus Hambach, der von 2020 bis 2030 gültig ist. Sollte der Hambacher Forst den Anforderungen eines FFH-Gebietes entsprechen, könnte die Genehmigung dieses Rahmenbetriebsplans zu unrecht erteilt worden sein.

Wann das OVG welche Schritte einleitet, war am Donnerstag noch offen, wie ein Sprecherin gegenüber unserer Zeitung erklärte. Es ist aber wahrscheinlich, dass auch nach dem 31. Dezember zunächst nicht weitergerodet wird. Zumindest solange nicht, bis das neue Gutachten erstellt ist.

Obwohl der Hambacher Forst bereits mehrfach begutachtet wurde, „halten wir es für richtig, dass die Frage nach der FFH-Eignung des Waldes nochmals geklärt wird“, sagte RWE-Sprecher Guido Steffen am Donnerstag.

Die bislang erstellten Gutachten, die von der Bezirksregierung Arnsberg in Auftrag gegeben worden waren, die für die Prüfung und Genehmigung der RWE-Betriebspläne zuständig ist, hatte die FFH-Eignung des Restwaldes bislang stets verneint. Antje Grothus, die mit der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ seit Jahren gegen RWE und für den Erhalt des Waldes kämpft, sagte am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich freue mich, dass zumindest bis Ende des Jahres eine friedliche Lösung für den Wald gefunden wurde.“

Mehr von Aachener Zeitung