Kerpen/Aachen: Hambacher Forst: Aktivistin verurteilt

Kerpen/Aachen : Hambacher Forst: Aktivistin verurteilt

Eine 23 Jahre alte Frau aus Australien ist am Dienstag vom Amtsgericht Kerpen zu einer Haftstrafe von neun Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Die Waldbesetzerin hatte im März zu einer Gruppe gehört, aus der heraus Polizisten im Hambacher Forst mit Feuerwerkskörpern beworfen worden waren.

Sie habe sich damit des Landfriedensbruchs und der Beihilfe zur versuchten gefährlichen Körperverletzung strafbar gemacht, urteilte Richter Peter Königsfeld. Die Höhe der Strafe erklärte das Gericht auch damit, dass die junge Frau jede Kooperation mit Gericht und Polizei verweigert hatte.

Die Identität konnte erst kurz vor der Verkündung des Urteils festgestellt werden, als der Aachener Staatsanwaltschaft eine Vermisstenmeldung aus Australien erreichte, die auf die Waldbesetzerin passte. Sie gab letztlich zu, die vermisste Australierin zu sein. Die Mutter hatte sich Sorgen um ihre Tochter, gemacht von der sie seit Monaten nichts gehört hatte. Konnte sie auch nicht, denn die 23-Jährige sitzt seit mehr als vier Monaten in Untersuchungshaft.

„Signal in die Szene“

Der Direktor der Kerpener Amtsgerichts, Joachim Rau, erklärte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Urteil durchaus auch als „Signal in die Szene“ der Waldbesetzer im Hambacher Forst zu verstehen sei. Das Gericht habe den Eindruck gehabt, dass die Australieren ihre persönliche Vorstellungen einer besseren Welt über die deutsche Rechtsordnung stelle.

Eine Bewährungsstrafe sei auch deswegen nicht in Betracht gekommen, weil „man fast davon ausgehen muss, dass die Frau dann sofort in den Hambacher Forst zurückgegangen wäre und möglicherweise weitere Straftaten verübt hätte“, sagte Rau. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

(gego)
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